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Midgardhaus:Von der Hechtschnitzelsemmel bis zur Bouillabaisse

Tutzing: Midgardhaus

Seit Pfingsten geben Alexander Urban (rechts) und sein Sohn Michael den Ton in Restaurant und Biergarten an - und das völlig unaufgeregt.

(Foto: Nila Thiel)

Der frühere Andechser Klosterwirt Alexander Urban und sein Sohn Michael setzen im Midgardhaus auf regionale Küche mit mediterranem Einfluss.

Von Manuela Warkocz

"Regionale Küche mit mediterranem Einfluss" verspricht das "Midgardhaus - Augustiner am See" seinen Gästen. Diese Kombi wird ja oft bemüht. In diesem Fall aber passt sie einfach - zur alten Villa im toskanischen Stil, der Terrasse direkt am Starnberger See, auf der man den Fischern zuschauen kann, und zu den vielfältigen weiteren regionalen Lieferanten, auf die die neuen Chefs im frisch renovierten Midgardhaus Wert legen. Wirt Alexander Urban, 29 Jahre gastronomisch auf Kloster Andechs unterwegs, holt die Bio-Eier persönlich von einem Hof bei Landsberg und bezieht das Fleisch von einem Pöckinger Metzger, der selbst schlachtet.

Seit Pfingsten 2020 geben Urban, 52, und sein Sohn Michael, 31, der als Koch das Gastrohandwerk von Grund auf gelernt hat, in dem Tutzinger Restaurant und Biergarten unaufgeregt den Ton an. Zwei Bereiche, zwei Konzepte: Im Restaurant mit 58 Plätzen innen und 120 Sitzen auf der Terrasse speisen Gäste gediegen mit Stoffservietten und aufmerksamem Service. Das hat seinen Preis. Wer sich lieber leger und günstiger selbst bedient, ist im Biergarten richtig. Da gibt's nicht nur die Klassiker wie Obazdn, Spareribs und Auszogne. Sondern auch Urbans Favorit: "Hechtschnitzelsemmel, einfach endgeil."

400 Gäste finden am Ufer unter alten Kastanien Platz. Auch eigene Brotzeit mitzubringen, ist erlaubt. "Das g'hört in Bayern doch dazu", sagt Alexander Urban. Familien, die vom Baden kommen, sollen sich bei ihm genauso wohl fühlen wie Gäste, die was Feines zu feiern haben. Auch kulturell soll sich was rühren. Kürzlich haben schon mal die Barfuß-Musiker von La Brass Banda einen schnellen Freiluftauftritt hingelegt. 800 überwiegend jungen Leuten gefiel das. Ein "Salettl" soll ab Herbst Platz für Kleinkunst bieten. Und für einen "Winterbiergarten", von dem auch der Wirt noch nicht recht zu sagen weiß, was das sein soll. Auf jeden Fall soll dort jeder "gemütlich sein Bier trinken" können.

Für alle, die dem langjährigen Promiwirt im Midgardhaus, Fritz Häring, nachtrauern, gibt es übrigens Trost. Weiterhin werden hier gebratene Tiefseegarnelen, Bouillabaisse, Blechkuchen und Apfelstrudel à la Häring serviert. Das Verhältnis zum Vorgänger sei gut, versichert Urban. Häring schaue bisweilen rein. Und der thailändische König Maha Vajiralongkorn Bodindradebayavarangkun, der nur einen Steinwurf entfernt residiert? "Der König", sagt Urban und lächelt fein, "war noch nicht zu Gast. Aber bei uns ist jeder Gast König."

© SZ vom 07.08.2020
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Von Manuela Warkocz

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