Freizeit:Adieu Alpenpanorama!

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Freizeit: Die Badegäste im "Paradies" am Starnberger See müssen sich künftig mit dem echten Blick auf die Bergwelt des Karwendel begnügen.

Die Badegäste im "Paradies" am Starnberger See müssen sich künftig mit dem echten Blick auf die Bergwelt des Karwendel begnügen.

(Foto: Georgine Treybal)

Die Gemeinde Pöcking wollte ihren Gästen mit einer speziellen Tafel die sichtbare Bergwelt erklären. Nun ist das ehrgeizige Projekt gescheitert.

Von Sylvia Böhm-Haimerl

Es sollte ein außergewöhnliches Projekt werden, das sich deutlich von den herkömmlichen Infotafeln am Starnberger See abhebt: Die Schautafel "Alpenpanorama" auf dem gemeindeeigenen Seegrundstück im Pöckinger "Paradies". Zwei Jahre, nachdem das Vorhaben in Höhe des Schlosses Possenhofen dem Pöckinger Gemeinderat vorgestellt worden war, hat der Hauptausschuss am Dienstag einstimmig entschieden, das Projekt nicht mehr weiterzuverfolgen.

Der Entwurf von Rudolf Huber, der bereits das Corporate-Identity-Konzept für die Gemeinde entwickelt hatte, unterscheidet sich deutlich von anderen Infotafeln. Huber hatte sich für eine Glastafel entschieden, auf der der Betrachter auf 2,10 Meter Höhe und drei Meter Breite die Landschaftsgrafik mit dem tatsächlichen Blick auf die Berge vergleichen kann. Der Beschluss von 2020 sah vor, dass die Gegebenheiten zunächst vor Ort geprüft werden sollten. Der Termin hat erst vor wenigen Tagen stattgefunden und das Gremium war unisono überrascht von der Größe der Schautafel. "Es stört den schönen Blick", brachte es Barbara Baumer (PWG) auf den Punkt. Das habe man auf der Skizze nicht beurteilen können.

Bürgermeister Rainer Schnitzler hatte ebenfalls Zweifel, ob das knapp 16 000 Euro teure Projekt "in der heutigen Zeit noch das Richtige ist". Der Rathauschef sah zudem darin eine mögliche Gefahr für Vögel. Diese könnten die Glaswand womöglich nicht erkennen und würden daher dagegen fliegen. Wie sein Stellvertreter, Albert Luppart (PWG), verdeutlichte, sind Infotafeln nicht mehr zwingend notwendig, da es zahlreiche Handy-Apps gibt, die über die Namen der einzelnen Berge informieren. Das Projekt sei lediglich "nice to have", das für 20 000 Euro inklusive Nebenkosten zu teuer sei, urteilte er. Christian Fries (Grüne) brachte - wie bereits vor zwei Jahren - die unabsehbaren Folgekosten durch Vandalismus ins Spiel.

Das Konzept liegt nun auf Eis. Es könne aber weiterverfolgt werden, falls man es sich anders überlege, hieß es. Die Planungskosten in Höhe von 3000 Euro hatte die Gemeinde bereits 2020 bezahlt.

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