Süddeutsche Zeitung

Winter:150 Meter lange Eisscholle zersplittert am Ufer des Starnberger Sees

Die riesige Platte gerät vor Percha in Bewegung - und bricht an Land mit lautem Klirren.

Ein ganz besonderes Naturschauspiel hat sich den Spaziergängern am Dienstagvormittag am Ostufer des Starnberger Sees geboten. Der leichte Wind hatte eine mehr als 150 Meter lange Eisscholle vor Percha in Bewegung versetzt und in Richtung Ufer getrieben. Mit einem lautem Klirren zerbarst das Eis an Land - wie splitterndes Glas. Die Scheiben ragten danach wie futuristische Kunstwerke empor.

"Das Geräusch war unglaublich laut", sagt eine Ausflüglerin, die mit ihrer Schwester am See unterwegs war. "So etwas habe ich noch nie erlebt."

Der Fischer Siegfried Andrä aus Berg hingegen kennt das Phänomen. Der 79-Jährige fährt seit mehr als 60 Jahren zum Fischen hinaus - wann immer es Wind und Wetter zulassen. "Der See ist nun fast flächendeckend mit Eis überzogen", sagt er. Doch es bricht sehr leicht. "Ungefähr einen Zentimeter ist es dick", schätzt Andrä.

Nur vor Tutzing ist noch ein größerer Streifen Wasserfläche eisfrei, sagt er. 1,5 Grad ist die Temperatur an der Seeoberfläche laut Andrä derzeit. Etwas weiter unten seien es dann drei bis vier Grad. Für seinen Sohn Peter, der gemeinsam mit seiner Frau auf dem Familienanwesen in Berg einen Fischladen betreibt, legt Andrä noch immer die Netze aus. Nur in den vergangenen Tagen ging es wegen der Eisschollen nicht. Da würde sein Boot streiken.

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Quelle:
SZ vom 20.02.2019 / bad
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