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Bootfahren und Surfen:Sieben Tipps, um entspannt über den Starnberger See zu gleiten

Wassersport auf dem Starnberger See; Wassersport auf dem Starnberger See

Zum Baden ist das Wasser wohl noch zu kalt, zum Sonnen und Entspannen wie hier in einem Elektroboot taugen die Temperaturen am langen Wochenende allemal.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Fürs Schwimmen ist das Wasser manchen noch zu kalt. Doch es lässt sich auch gut über der Oberfläche aushalten. Wo sich Boote leihen lassen - auch für Leute ohne Segelschein.

Von Carolin Fries, Armin Greune, Christine Setzwein und Sophia Linnenbrink

Das wird ein richtig sommerliches extralanges Draußen-Wochenende: Bis zu 24 Grad sind an Fronleichnam vorhergesagt, Samstag und Sonntag sogar bis zu 25 Grad samt Sonne über dem Fünfseenland - Grill und Liegestuhl inklusive. Nur das Wasser spielt noch nicht mit, die Temperaturen schwanken im Starnberger See um zwölf bis 13 Grad. Da werden die meisten lieber über Wasser bleiben und auf Booten, SUPs oder gar ganz verwegen beim Wasserski oder Wingsurfen in die Sonne schauen. Das alles ist möglich:

Segeln

Wassersport auf dem Starnberger See; Wassersport auf dem Starnberger See

Der Starnberger See eignet sich hervorragend zum Segeln.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Man muss ja nicht gleich die Welt umsegeln, ein Ausflug an den Starnberger See hat auch seine Reize, gilt er doch als ideales Revier. Wassersportler, die kein eigenes Boot haben, können sich eines ausleihen. Voraussetzungen für den Törn sind: Wind und Erfahrung. "Es ist nicht angenehm, Segler draußen mit dem Motorboot abholen zu müssen, weil sie nicht mehr wissen, was sie tun müssen", sagte Eva Müller, die mit ihrem Mann Hans Jürgen die Segel- und Sportbootschule in Tutzing betreibt. Am liebsten verleihen sie ihre Jollen für zwei bis drei Personen an die Segler, die bei ihnen einen Kurs gemacht haben. "Bei allen anderen finden wir im Gespräch heraus, ob sie Erfahrung haben." Ausgeliehen werden die Boote von 17 bis 20 Uhr, tagsüber werden sie für die Kurse gebraucht - die in diesem Sommer schon gut gebucht sind. 50 Euro kostet das Ausleihen einer Jolle. Segler müssen einen Mindestabstand von 100 Metern zum Ufer einhalten - und natürlich den Linienschiffen der Seenschifffahrt ausweichen.

Elektro-Boot

Wer es weniger aufregend und anstrengend mag, mietet sich ein Elektro-Boot. 30 Euro pro Stunde verlangen etwa die Müllers in Tutzing. Ein Führerschein ist - im Gegensatz zum Motorboot - nicht nötig. Vier bis fünf Erwachsene haben auf dem E-Boot Platz, plus ein oder zwei Kinder. Schwimmwesten für die Kleinen sind vorhanden, für die Großen auch, wenn sie mögen. "Vorgeschrieben sind sie nicht", sagt Eva Müller. Weil jedes Boot eine Badeleiter hat, ist Schwimmen weiter draußen im See kein Problem. Für die Freizeitkapitäne gilt: Sie müssen um Linienschiffe, Segel- und Ruderboote einen große Bogen machen. Infos unter www.segelschule-tutzing.de.

In Starnberg ist seit Anfang Mai wieder der Bootsverleih Schropp an der Seepromenade geöffnet. "Am Wochenende war gut was los, es waren durchgehend alle Boote auf dem Wasser", berichtet Inhaberin Evi Schropp. Je nach Größe müssen Mieter mindestens 14 beziehungsweise 18 Jahre alt sein. Die E-Boote haben Platz für zwei bis fünf Personen, die Kosten liegen bei 20 bis 32 Euro pro Stunde. Das größte Boot für bis zu zehn Fahrgäste kostet zwischen 40 und 60 Euro pro Stunde. Eine Reservierung ist aktuell nicht möglich. Gäste werden gebeten, eigene Schwimmwesten mitzubringen. Verliehen werden auch Ruder- und Tretboote. Bei schönem Wetter ist täglich von elf bis 19 Uhr geöffnet.

Kanu & Kajak

Kanu- und Kajakverleih in Sankt Heinrich  am Starnberger See

Die seichte Bucht vor Sankt Heinrich eignet sich als Paddel-Revier für die ganze Familie.

(Foto: Kanu bavaria)

"Alles was laufen kann, kann mitfahren", sagt Patricia Ahrendhold vom Kanu- und Kajakverleih Kanu-Bavaria in Sankt Heinrich. Auch für die Kleinsten habe man passende Schwimmwesten parat, "es kommen hauptsächlich Familien zu uns". Das liege am "ruhigen Revier": Das Wasser sei im Uferbereich lange stehtief, der gesamte Bereich gut einsehbar. Ahrendhold verleiht täglich von 9.30 bis 19 Uhr die geschlossenen Einer- und Zweier-Kajaks mit Doppelpaddel sowie die offenen Kanus, in denen zwei bis vier Personen Platz finden. Kinder bis 14 Jahre müssen an Bord eine Schwimmweste tragen, für ältere Personen muss jeweils eine an Bord sein. Einzige Voraussetzung, um ablegen zu dürfen: Mindestens eine Person im Boot muss in der Lage sein, 15 Minuten am Stück zu schwimmen. Die Gebühren liegen zwischen 15 und 25 Euro pro Stunde. Auch für halbe oder ganze Tage können die Gefährte gemietet werden, was bis zu 75 Euro kostet. Wasserdichte Säcke, Schwimmwesten und Neoprenanzüge sind bei Bedarf inklusive. Reservierungen sind nicht möglich, Infos unter www.kanu-bavaria.de.

Tretboot & Ruderboot

Der Bootsverleih Hubl in Bernried ist seit dem Pfingstwochenende geöffnet und verleiht vier Ruderboote und fünf Tretboote. Weil Bernried zum Landkreis Weilheim-Schongau gehört, gelten bei einer aktuellen Inzidenz von über 50 noch schärfere Regeln. Wer ein Boot ausleihen möchte und nicht geimpft oder genesen ist, muss einen negativen Corona-Test vorlegen. Viele seien nicht dazu bereit, den Umweg zum Bernrieder Testzentrum zu machen. "Viele schreckt das einfach noch ab", sagt die Betreiberin Manuela Hubl. Es liegen Schwimmwesten für Kinder und Erwachsene bereit. Tret- und Ruderboote können für einen ganzen Tag telefonisch reserviert werden. Täglich von zehn Uhr an, montags von 12 Uhr, ist der Verleih bei schönem Wetter geöffnet. Wer pünktlich zur Öffnung anruft, kann auch ein Boot für eine Stunde reservieren. Ein Tretboot kostet 15 Euro pro Stunde und 78 Euro für einen ganzen Tag. Für eine Stunde Ruderboot zahlen Besucher 13 Euro, für einen Tag 65 Euro. Informationen unter www.hubl.org.

Wasserski

Wasserskischule  Possenhofen am Starnberger See

Die Wasserskifahrer starten von einem Floß in der Nähe der Roseninsel.

(Foto: Wasserskischule Possenhofen)

Die Wasserskischule in Possenhofen von Simone und Gerhard Glas ist schwer zu finden: Wer eine Runde hinter dem edlen Mahagoni-Holzboot der Marke Boesch drehen will, muss zu einem Floß in der Nähe der Roseninsel in der Wasserski-Zone des Sees gelangen - dorthin zu schwimmen ist aber verboten. Man braucht also ein Boot oder SUP. "Sonst nur eine Badehose", die Ausrüstung stelle die Schule. Lediglich bei gutem Wetter und nicht zu starkem Wind finden dann die "individuellen Schulungen" statt, einen Preis möchte Simone Glas nicht nennen. Für Kinder sei der Sport von etwa neun oder zehn Jahren an geeignet. Anmeldungen oder Buchungen sind nicht möglich, man könne "einfach vorbeischauen". Das Ehepaar Glas fährt als einzige Wasserskischule in Bayern noch ein Boot, die Nachfrage im Sommer ist groß. Aktuell aber sei das Wasser noch sehr kalt, speziell für Anfänger. Mehr Infos gibt's per E-Mail an wasserskischule@gmx.de.

Stand-up-Paddling

Wer Stand-up-Paddling (SUP) ausprobieren und ein Board mieten will, findet einige Anbieter rund um den See. Wenn der Wellengang nicht zu stark ist, eignet sich die Sportart auch für Anfänger und Kinder, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Das Wassersportcenter Starnberger See im Strandbad Sankt Heinrich hält etwa 30 Boards in verschiedenen Größen bereit, Reservierung nicht nötig. "Bis jetzt hat noch jeder ein Brett ohne längere Wartezeit bekommen", sagt Inhaber Dariusz Wallusch. Nur für größere Gruppen sei eine Anmeldung ratsam unter 08801/915910 oder 0152/33610272. Eine Stunde kostet 15 Euro, Schwimmweste und Neoprenanzug inklusive. Kurse am Wochenende.

Wingsurfen & Windsurfen

Wingsurfen am Starnberger See

Auch Wingsurfen wird am See angeboten.

(Foto: Wassersportcenter Starnberg)

"Man fühlt sich ganz leicht dabei" und "ein bisschen wie beim Wellenreiten", beschreibt Sebastian Wallusch, Juniorchef vom Wassersportcenter in Sankt Heinrich, den neuen Trendsport Wingsurfen. Erst seit vier Wochen bietet die Surfschule neben dem klassischen Windsurfing und SUP diesen neuen Mix aus Surfen und Kiten an. Die Bretter der Schule ähneln klassischen SUPs, haben aber zwei Finnen, um die Abdrift zu zügeln. Wer will, kann aber auch sein eigenes Surfbrett mitbringen. Dazu gibt es das Wing, einen etwa fünf Quadratmeter großen Drachen, den man ohne Verbindung zum Brett über dem Kopf in den Wind hält. Die Gefahr, damit einfach vom Brett abzuheben, bestehe nicht, versichert Wallusch. Ein wenig Übung aber schade nicht, weshalb das Center immer freitags einen dreistündigen Kurs für Anfänger anbietet. Kostenpunkt: 120 Euro. Wer bereits Windsurfing-Erfahrung sammeln konnte, dem reicht gewöhnlich eine kleine Einweisung sowie ein Neoprenanzug und -schuhe - beides ist in den Kurs- und Leihgebühren enthalten. Pro Stunde zahlt man für das Wing zehn Euro und für das Brett 15 Euro. Weil das Wingsurfen nichts für kleine Kinder ist: Bei frühzeitiger Anmeldung ist es möglich, Nanny Sandra für die Kinderbetreuung gleich dazu zu buchen. Mehr Informationen unter www.surfschule-starnbergersee.de.

© SZ vom 02.06.2021 / csn, sli, frie, arm/van
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