Öffnung der beiden Seebäder, Erlass von Gebühren, noch schlechteres Internet im Zentrum als sonst schon - das alles hängt in Tutzing mehr oder weniger mit der Corona-Pandemie zusammen.
Zuerst die guten Nachrichten: Das Nordbad ist wieder geöffnet, unter der Woche von 11.30 Uhr an, am Wochenende von 10 Uhr an. Die Betreiber Gitti und Klaus Greif haben die Plätze im Seerestaurant direkt am Wasser von 200 auf 60 reduziert. Sie empfehlen, vorab einen Tisch zu reservieren. Beim Betreten gilt Maskenpflicht.
"Da waren manche am ersten Tag sehr uneinsichtig", so Gitti Greif, die auch Masken verkauft, falls einer sie vergessen hat. Inzwischen habe sich die Lage entspannt. In Liegestühlen - pro Tag fünf Euro - kann man in gebührendem Abstand voneinander See und Bergblick genießen. Viele Stammgäste freuten sich, dass ihr beliebter Sommertreffpunkt wieder da ist - zumal bei freiem Eintritt. Denn die Seebäder werden wie die ebenfalls frei zugänglichen Erholungsgebiete und Liegewiesen eingestuft, die angeschlossene Gastronomie sei wie andere Freiluftlokale gestattet, heißt es beim Starnberger Landratsamt.
Ganz umsonst kommen Besucher auch ins Tutzinger Südbad an der Seestraße, das bei schönem Wetter täglich von 9.30 Uhr an auf hat. Die Pächter des Gemeindebades, Max und Martin Hippius, bewirtschaften Terrasse und Biergarten. Auf der bislang spärlich besuchten Liegewiese seien die Abstände kein Problem. "Bislang haben wir vielleicht fünf Prozent im Vergleich zum Hochsommerbetrieb", sagt Max Hippius. Der Mai sei aber auch noch nicht der Bademonat am Starnberger See, das Wasser hat um die 18 Grad. Wegen der unsicheren Aussichten für diese Saison - "Was, wenn eine zweite Corona-Welle kommt?" - haben die Hippius-Brüder bei der Gemeinde die Aussetzung der Pachtzahlungen beantragt.
Die Nutzungsgebühren für Sporthallen und den Buttlerhof in Traubing hat der Gemeinderat bereits heruntergeschraubt. Vereine, Schulen, Kirchen und Parteien zahlen normalerweise als Dauernutzer der Gemeinderäume eine Pauschale für 16 oder 38 Schulwochen. Weil Vereine mehrere Wochen gar nicht in die Hallen durften, baten sie darum, nur die tatsächliche Nutzungszeit berechnet zu bekommen. Diesem Wunsch wird entsprochen.
Wünsche bleiben offen, was stabiles Internet im Zentrum Tutzings angeht. "Ich bin wiederholt aus Video-Konferenzen rausgeflogen", beklagte Thomas Mitschke-Collande (CSU) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Mehr Menschen im Homeoffice verschärften vermutlich die ohnehin desolate Versorgung. Bürgermeisterin Marlene Greinwald (Freie Wähler) hatte "leider keine guten Nachrichten". Solange der Funkmast der Telekom vorübergehend am Waldfriedhof stehe, sei der gegenwärtige Zustand der bestmögliche, gab Greinwald weiter. Eine Untersuchung habe eine Reihe von Störeinflüssen wie den nahen See und Masten anderer Anbieter gezeigt. Besser werde es erst, wenn der Telekom-Mast wieder an seinen vorherigen Standort an die Bahnhofstraße wandert. Nach Abriss entsteht dort ein Neubau, auf dessen Dach der Mast soll. Das Provisorium ist bis 2023 begrenzt.
