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Hans-Albers-Villa:Initiative für neuen Badeplatz am Starnberger See

Seit zehn Jahren verfällt die Hans-Albers-Villa in Garatshausen. Der Kulturverein fordert nun Denkmalschutz. Dann könnte dort etwa ein Park oder eine Liegewiese entstehen.

Was ließe sich nicht alles anstellen mit diesem stattlichen Landhaus und dem weitläufigen Park drumherum, direkt am Ufer des Starnberger Sees? Ideen für die Nutzung der Villa in Garatshausen, in der einst Hans Albers lebte, gäbe es genügend. Doch der Freistaat Bayern, dem das Anwesen gehört, lässt es seit zehn Jahren verwittern. Der Kulturverein Garatshausen hat nun einen neuen Versuch gestartet, diesen Zustand zu beenden: Das Anwesen soll unter Denkmalschutz gestellt werden. So könnte der Freistaat möglicherweise ein größeres Interesse daran haben, das Grundstück der Öffentlichkeit zugänglich zu machen - das fordert der Kulturverein seit Jahren. Vor wenigen Tagen schickte der Verein eine entsprechende Petition an den Landtag.

"Wir haben neue Erkenntnisse gewonnen, die aus unserer Sicht eine Einstufung als Denkmal rechtfertigen", sagt Andreas Kapphan vom Kulturverein. Wissenschaftler hätten die historische Bedeutung von Villa und Park neu untersucht. Die Ergebnisse dieser Nachforschungen hat der Verein seiner Petition beigefügt. Demnach entspricht die Villa, die Hans Albers in den 1930er-Jahren gekaufte und umgestaltet hatte, "in weiten Teilen" noch derjenigen, die dort 1865 erbaut worden war. Der Park sei ein typisches Beispiel für die Landschaftsgärten gemischten Stils aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

haus und bootshaus von hans albers in garatshausen. Fotografiert im sommer 2007.
 foto: bader

Am Starnberger See schuf sich Hans Albers einen Rückzugsort. Seit 2009 stehen Villa und Bootshaus leer. In weiten Teilen entspricht das Anwesen angeblich noch dem Originalbau.

(Foto: Sabine Bader)

"Der Park und die Villa scheinen kulturhistorisch so bedeutsam zu sein, dass sie meiner Meinung nach geschützt gehören", sagt Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim. Er unterstützt die Petition. Denn auch Sontheim möchte, dass aus dem Areal ein öffentlicher Ort wird. So hatte es schließlich Albers' Erbin, seine Lebensgefährtin Hansi Burg, 1971 verfügt, als sie das Anwesen an den Freistaat verkaufte. "Dieser Verpflichtung sollte man endlich nachkommen", sagt Bernhard Sontheim.

Bis 2009 war hier die Fischereischule untergebracht, seitdem steht das Haus leer. Zwischenzeitlich sollte das Anwesen an Privatleute verkauft werden. Hier erzielte der Kulturverein 2012 einen Teilerfolg, der Freistaat verkaufte nicht.

Stattdessen wollte man das Areal über die Gemeinde Feldafing verpachten. Ein Hotel sollte entstehen - doch das war der Staatsregierung nicht profitabel genug, der schon fertige Bebauungsplan wurde wieder verworfen. Danach wurde diskutiert, ob in der Villa ein Restaurant, ein Café, ein Albers-Museum oder ein Gemeindearchiv entstehen könnte. Der Kulturverein kann sich außerdem vorstellen, dass aus dem seinen Angaben nach etwa 12 000 Quadratmeter großen Gelände ein öffentlicher Park mit Liegewiese wird. Nur müsse endlich etwas passieren. "Wie verwildert der Park aussieht, ist eine Schande", sagt Andreas Kapphan.

Hans Albers und Marlene Dietrich in der Revue "Zwei Krawatten" (1929)

Hans Albers mit Marlene Dietrich.

(Foto: SZ Photo)

Laut der Gesellschaft Immobilien Freistaat Bayern, die das Grundstück verwaltet, wird der Ausschuss für Wissenschaft und Kunst des Landtags über die Petition beraten. Dann erst würde feststehen, ob aus dem Anwesen ein öffentlicher Ort werden könne, sagt Dieter Knauer, Geschäftsführer der Immobilien Freistaat Bayern.

Doch es kann dauern, bis eine Entscheidung feststeht. Denn auch das Landesamt für Denkmalpflege muss sich mit der Frage beschäftigen, ob Villa und Park schutzwürdig sind. Über den Status der Prüfung macht das Amt wegen der laufenden Petition keine Angaben. Man müsse erst die Entscheidung des Landtages abwarten, teilt das Landesamt mit.

Dieter Knauer von Immobilien Freistaat Bayern kündigt an, erneut mit Bürgermeister Sontheim und gegebenenfalls mit dem Gemeinderat Faldafing sprechen zu wollen. "Das weitere Vorgehen wird im Wesentlichen von der baurechtlichen Zielsetzung der Gemeinde abhängen", sagt Knauer.

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