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Starnberg:Wurstfabrikant zieht Klage zurück

Rudolf Houdek geht nun doch nicht gerichtlich gegen die Schifffahrts-Werft vor, die gerade gebaut wird.

Houdek-Villa

Houdek-Villa Starnberg Die Houdek-Villa am Nepomuk-Weg in Starnberg

(Foto: STA Franz X. Fuchs)

Es ist eine schöne Villa, die in bevorzugter Lage am Seeufer in Starnberg steht, am Nepomukweg, gleich neben dem Bayerischen Yacht-Club. Sie gehört Rudolf Houdek, Geschäftsführer der gleichnamigen Firma, die Fleisch- und Wurstwaren herstellt, allerdings nicht mehr in Starnberg, sondern lange schon im oberfränkischen Arzberg. In Starnberg befindet sich neben der Firmenzentrale an der Moosstraße auch diese Villa, die dem Vernehmen nach vor allem als "Gästehaus" benutzt wird. Auch bei der Hochzeit, die Fußballstar Michael Ballack im Yachtclub feiert, sollen Gäste in der Houdek-Villa Quartier bezogen haben.

Houdek-Villa

Houdek-Villa Starnberg Die Houdek-Villa am Nepomuk-Weg in Starnberg

(Foto: STA Franz X. Fuchs)

Eine Idylle, die zurzeit nur etwas durch die Großbaustelle der Schifffahrt auf dem Nachbargrundstück gestört wird. Dort werden Betriebsgebäude, Werftanlagen und Werkstätten neu gebaut, um die Dampfer vor allem im Winter auf Vordermann zu bringen. Da wird gehämmert, geschliffen und gestrichen - was natürlich einen gewissen Lärm verursacht. Gegen diese vom Landratsamt erteilte Genehmigung hatte Houdek vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht geklagt. Diese Woche war Gerichtstermin, aber die Verhandlung fand nicht statt. Er habe "vorsorglich" geklagt, sagt Rudolf Houdek. Dann habe er die Klage aber "aus persönlichen Gründen wieder zurückgenommen". Was wohl heißen soll, dass Houdek die Aussicht auf einen Erfolg im Gerichtsverfahren als nicht sehr hoch eingeschätzt hat.

Aber auch Schifffahrts-Chef Walter Stürzl hat aus der Causa Houdek, die dann doch keine geworden ist, gelernt. Denn für die Werften an den anderen bayerischen Seen hat er extra immissionsschutzrechtliche Sondergenehmigungen eingeholt, weil natürlich auch am Ammersee, Chiemsee und Königssee schon mal Metallteile bearbeitet werden, die - so das Kriterium für das Genehmigungsverfahren - "länger als 20 Meter sind".

Zurück nach Starnberg. Es ist ein langes Grundstück, das sich vom Nepomukweg entlang des Georgenbachs zum See hin erstreckt. Wohl zu exquisit, um die Firmenzentrale von Houdek dorthin zu verlagern, wie manche schon mal vermutet haben. Die Zentrale befindet sich auf dem alten Produktionsgelände an der Moosstraße. Zwar wären in einem Neubau auf dem Seeufergrundstück auch "Büroräume denkbar", wie Stadtsprecher Karl-Heinz Springer bestätigt. "Da haben wir nicht im entferntesten daran gedacht", sagt Rudolf Houdek gegenüber der SZ. Aber natürlich käme rein rechtlich auch der Bau von Wohnraum in Betracht. Es habe "Vorgespräche" gegeben, heißt es aus der Stadtverwaltung. Rudolf Houdek will sich dazu aber nicht äußern: "Was auf dem Grundstück passiert, das ist doch Privatsache."