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Starnberg:Wohnungen für Flüchtlinge gefunden

20 Asylbewerber sollen in Privatquartieren unterkommen. Insgesamt soll der Landkreis 94 Menschen aufnehmen

Die Mitarbeiter des Starnberger Ausländeramts können erst einmal durchatmen. Die Kreisbehörde hat es innerhalb von gut zwei Wochen geschafft, für die von der Regierung angekündigten 20 Asylbewerber Unterkünfte im Landkreis zu finden. Die Flüchtlinge aus Äthiopien, der Republik Kosovo, Mazedonien und aus Irak werden in Wohnungen in Starnberg, Berg und Weßling unterkommen. Am kommenden Dienstag werden die elf Frauen, vier Männer und fünf Kinder - darunter drei Familien - mit dem Bus von München aus in die einzelnen Unterkünfte gebracht. Dort erwarten sie Mitarbeiter des Starnberger Sozial- und des Ausländeramts, die sie betreuen werden.

Flüchtlingswohnheim in München, 2010

Private Unterkünfte stehen den Flüchtlingen zur Verfügung. Foto: Bardehle

(Foto: Angelika Bardehle)

Wie berichtet, hatte die Regierung von Oberbayern die Landkreise Mitte November angewiesen, kurzfristig Flüchtlinge aufzunehmen. Der Grund: Die Kapazitäten der derzeit 21 Gemeinschaftsunterkünfte für Asylsuchende in Oberbayern sind auf Grund kontinuierlich gestiegener Asylbewerberzahlen ausgereizt. Wie die Regierung in einem Schreiben an die Landratsämter mitteiltet, werden ausschließlich jenen Landkreisen und kreisfreien Städten Asylbewerber zugewiesen, in denen sich derzeit keine staatlichen Unterkünfte befinden oder konkrete Planungen laufen: Das sind die Kreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Ebersberg, Erding, Freising, Landsberg am Lech, Pfaffenhofen am der Ilm, Rosenheim und Starnberg sowie die kreisfreien Städte Ingolstadt und Rosenheim. Planungen für staatliche Unterkünfte laufen derzeit in den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Miesbach.

Es war nicht einfach für uns, in der Kürze der Zeit die erforderlichen Wohnungen aufzutreiben", sagte Starnbergs Landratsamtssprecher Stefan Diebl am Freitag. Rund zehn Bürger waren dem Aufruf der Kreisbehörde gefolgt und hatten Privatunterkünfte angeboten. Mitarbeiter des Landratsamts haben die Wohnungen daraufhin auf ihre Qualität hin überprüft und mit den potenziellen Vermietern über deren Preisvorstellungen verhandelt. Auch mussten die Wohnungen in der Kürze der Zeit mit dem Nötigsten versehen werden. Die Arbeiten reichten von Elektro- und Sanitärinstallationen über das Beschaffen von Möbeln - hier halfen Sozialkaufhaus und Caritas - bis hin zum Kauf von Kinderspielsachen.

Doch damit ist es nicht getan. Der Landkreis ist weiterhin auf Wohnungssuche (Tel: 08151/148-338 oder an stefanie.ammann@LRA-starnberg.de.). "Wir rechnen damit, dass uns demnächst weitere Leute zugewiesen werden", sagte Diebl. Das von der Regierung festgesetzte Kontingent beläuft sich im Landkreis Starnberg auf 94 Flüchtlinge. Natürlich sei deren Integration in dezentralen Unterkünften leichter zur bewerkstelligen, glaubt Diebl. Er ist sich jedoch ziemlich sicher: "Bei angekündigten 94 Personen wird das schwierig." Zur Relation: 1990 gab es im Fünfseenland noch 258 Asylbewerber. Und die Zahl stieg bis 1993 rapide an auf mehr als tausend.

Würde der Landkreis Starnberg übrigens wieder dazu übergehen, zentrale Unterkünfte zu schaffen, würde auch die Betreuung der Asylbewerber bei der Regierung von Oberbayern liegen. In dezentralen Wohnungen aber muss das Landratsamt für sie Sorge tragen. Zwar bekommt die Behörde die reinen Miet- und Sachkosten von der Regierung erstatten, aber der enorme personelle Aufwand bleibt an ihr hängen.