Jahresrückblick im Landkreis StarnbergDie Toten des Jahres 2024

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Eine Engelsstatue auf einem Friedhof.
Eine Engelsstatue auf einem Friedhof. Carola Vahldiek/imago
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3. Januar: In Krailling gilt sie als bedeutsame Stimme für die Gemeinde: Die promovierte Juristin Waltraud Asam (18. Februar 1930 – 3. Januar 2024) gehört seit 1972 als Mitbegründerin der Gruppierung „Freie Bürgergemeinschaft Krailling“ (FBK) insgesamt 30 Jahre lang dem Gemeinderat an. Dafür wird sie am Ende mit der Bürgermedaille geehrt, fortan betreibt sie die Gründung eines Seniorenbeirats. Bis zuletzt mischt sich Asam bei verschiedensten Themen in die Kommunalpolitik ein.

Waltraud Asam
Waltraud Asam Nila Thiel

3. Januar: Das Herzensprojekt der FDP-Kommunalpolitikerin Wiltrud Wessel (1. April 1934 – 3. Januar 2024) ist die Unterstützung der Menschen in Polen: 1997 bekommt Wessel für ihr herausragendes soziales Engagement die Kraillinger Bürgermedaille verliehen. Hinzu kommen die Europa-Medaille (2001), der Bayerische Verdienstorden (2206) und das Bundesverdienstkreuz (2011). Polen ehrt sie 2014 mit „Die edle Tat“, eine der höchsten Auszeichnungen des Landes.

Wiltrud Wessel
Wiltrud Wessel Georgine Treybal

12. Januar: Wissenschaftlichen Weltruhm genießt das Max-Planck-Institut in Seewiesen, und Wolfgang Wickler (18. November 1931 – 12. Januar 2024) ist der Letzte eines Forscher-Trios, das diesen Ruhm begründet: Der Zoologe und Verhaltensforscher aus Starnberg stirbt im Alter von 93 Jahren. Wickler veröffentlicht mehr als 300 wissenschaftliche Beiträge und 70 Bücher, als Privatmann begeistert er sich für Haus- und Kirchenmusik.

Wolfgang Wickler
Wolfgang Wickler Franz Xaver Fuchs

7. Februar: Als streitbarer Geist, der sich einmischt und seine Meinung sagt, gilt der Literaturwissenschaftler Ulrich Dittmann (27. April 1937 – 7. Februar 2024). Bis 2003 unterrichtete Ulrich Dittmann als Akademischer Direktor an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Neuere Deutsche Literatur. Der Experte für Oskar Maria Graf und Adalbert Stifter engagiert sich nach dem Ende seiner beruflichen Tätigkeit sich in seinem Heimatort Seefeld jahrelang als Gemeinderat kommunalpolitisch für den „Bürgerverein Seefeld“ und gründet 2015 den Kulturverein „Räsonanz“.

Ulrich Dittmann
Ulrich Dittmann Georgine Treybal

12. April: Starnbergs Wassersportler trauern um einen ihrer prominentesten Vertreter: Anton Dreher (2. März 1942 – 12. April 2024), seit mehr als 60 Jahren Chef der renommierten Rambeck-Werft in Percha, stirbt im Alter von 82 Jahren. Früh engagiert er sich in der Innung der bayerischen Boots- und Schiffbauer, von 1984 bis 2000 ist er Präsident des Deutschen Boots- und Schiffbauer-Verbands. Sein Rat ist bei der IHK ebenso gefragt wie im Umweltschutz sowie bei der Integration der Betriebe in den neuen Bundesländern. Für seine Verdienste wird Dreher 2001 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt.

Anton Dreher
Anton Dreher Georgine Treybal

19. Mai: Er liebte den schillernden Auftritt ebenso wie kostspielige Autos, sein Herz aber schlug für den Starnberger Fußball und die Bedürftigen: Gerd Wernekke (28. September 1943 – 19. Mai 2024) verbindet zu seinen Lebzeiten die Attitüde eines Vereinsbosses mit hohem sozialem Engagement. Der „Doc“, wie Freunde den Steuerberater nennen, fördert jahrzehntelang als Mäzen die Kicker der Starnberger „Seelöwen“ ebenso wie den Tierschutzverein, die evangelische Kirche, den „Freundeskreis des Klinikums Starnberg“ und zuletzt auch die Tunnelgegner.

Gerd Wernekke
Gerd Wernekke Privat

6. Juni: In der Politik wie im Privatleben ist Barbara Frey (24. März 1944 – 6. Juni 2024), Mutter des amtierenden Landrats Stefan Frey, ein zugewandter und absolut verlässlicher Mensch. 30 Jahre lang – von 1984 bis 2014 – gehört sie lange für die CSU, zuletzt für die UWG, dem Starnberger Stadtrat an und befasst sich mit allen Fragen des kommunalpolitischen Lebens, von der Stadtentwicklung bis hin zur Sozial- und Familienpolitik. 2023 ernennt der VdK-Kreisverband Barbara Frey zur Ehrenvorsitzenden; sie hatte den Verband 27 Jahre lang geleitet. Im selben Jahr verleiht die Stadt Starnberg ihr die Bürgermedaille.

Barbara Frey
Barbara Frey Nila Thiel

8. Juni: Das auf Nahrungsergänzungsmittel spezialisierte Unternehmen „Verla-Pharm“ (u.a. Xenofit) in Tutzing verliert seine Chefin. Gabriele von Ehrlich-Treuenstätt (14. August 1954 – 8. Juni 2024) ist gelernte Apothekerin und wird für ihr visionäres Denken und als kreativer Kopf hochgeschätzt. Mit großem sozialem Engagement schafft sie die materiellen und ideellen Grundlagen für die Verla-Stiftung.

28. Juni: Unter seiner Führung wird der Bayerische Yacht-Club zu einem der renommiertesten Segelvereine Europas: Manfred Meyer (26. Dezember 1935 – 28. Juni 2024), einst Chef der Deutsche Bank-Filiale in Starnberg, ist leidenschaftlicher Segler und setzte sich unermüdlich für seinen Verein ein. In seine Amtszeit als Clubpräsident (1973 – 2007) fallen der Neubau des Clubhauses, der Bau der großen Mole und des „Könighauses“. Sein Engagement gilt auch der bislang einzigen deutschen Kampagne zum America’s Cup als Schatzmeister des Deutschen Challenger Yacht-Clubs.

Manfred Meyer
Manfred Meyer Georgine Treybal

21. Juli: Sein Markenzeichen ist die Fliege zum Anzug – selbst, wenn er nur als Zuschauer ein Fußballspiel verfolgte. Seine stilvolle Attitüde kombiniert Holger Knigge (17. September 1937 – 21. Juli 2024) mit korrektem, meist humorvollem, zuweilen auch leidenschaftlichem Auftritt: Oberstleutnant a.D. Knigge gilt als eine der profiliertesten Persönlichkeiten der Starnberger Nachkriegs-SPD. 36 Jahre lang ist er Mitglied des Starnberger Stadtrats (1978 bis 2014) und 30 Jahre Kreistagsabgeordneter (1978 bis 2008). Die SPD beehrt ihn 2015 mit der Willy-Brandt-Medaille, das bayerische Innenministerium mit der Kommunalen Verdienstmedaille, Starnberg 2019 mit der Bürgermedaille.

Holger Knigge
Holger Knigge oH

27. August: „Mehr Mut zum Streiten im positiven Sinn“ ist die Maxime von Reinhard Dirr (21. März 1949 – 27. August 2024). Der Gymnasiallehrer gestaltet vier Amtsperioden lang die Starnberger Kommunalpolitik mit: Von 1984 bis 2008 vertritt er die SPD im Stadtrat, von 1990 an auch im Kreistag. Nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Kommunalpolitik engagiert sich Dirr mit großem Eifer ehrenamtlich – als Hospizhelfer, im Seniorenbeirat und beim VdK, bei dem er zuletzt den Kreisvorsitz übernimmt. Die Stadt ehrt ihn 2023 mit der Bürgermedaille. Weggefährten schätzen ihn als aufrechten, zuverlässigen und hochintellektuellen Denker.

Reinhard Dirr
Reinhard Dirr Franz Xaver Fuchs
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