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Lebensmittelwarnung für Starnberg:"Unser Land" ruft Eier zurück

UNSER LAND GmbH ruft Eier aus Bodenhaltung des Erzeugers Thomas Dinkel im Landkreis Fürstenfeldbruck und Starnberg zurück

UNSER LAND GmbH ruft Eier aus Bodenhaltung des Erzeugers Thomas Dinkel im Landkreis Fürstenfeldbruck und Starnberg zurück UNSER LAND GmbH ruft Eier aus Bodenhaltung des Erzeugers Thomas Dinkel zurück.

(Foto: oh)

Betroffen sind die Landkreise Starnberg und Fürstenfeldbruck. Das Veterinäramt entdeckt Fäkalbakterien an Schalen.

Die Unser Land GmbH hat Eier aus Bodenhaltung der Firma Thomas Dinkel in Malching in den beiden Landkreisen Starnberg und Fürstenfeldbruck zurückgerufen. Auf Eierschalen wurde bei einer Routinekontrolle des Veterinäramts Fürstenfeldbruck ein Fäkalbakterium festgestellt, das Durchfall, Bauchschmerzen und gelegentlich Fieber auslösen kann. Das Bakterium sitzt auf der Schale und kann nicht ins Ei selbst eindringen.

Das Veterinäramt hatte Proben genommen, am Montag lag das Ergebnis vor. Demnach befand sich das Bakterium Campylobacter außen auf der Schale der Eier. Das Landratsamt ordnete daraufhin an, dass der Unternehmer eine Rückrufaktion starten muss. Es handelt sich um Hühnereier der Güteklasse A aus Bodenhaltung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 11. bis 18. Dezember. Der Code auf den Eiern lautet 2-DE-09-11232, die Packstellennummer ist DE 09 1120.

Die Firma Dinkel bestätigte den Vorgang. Betroffen sei eine geringe Menge. Der Geschäftsführer von Unser Land, Steffen Wilhelm, sagte der SZ, es handele sich um eine Charge aus 38 Kartons zu je 30 Schachteln mit je sechs Eiern, also insgesamt 6840 Stück, die zurückgerufen werden mussten. "Wir haben das gestern erfahren und die Eier aus den Märkten genommen." Nach Angaben von Unser Land wurden die Eier in Filialen der Handelsketten AEZ, Edeka und Rewe in den Landkreisen Fürstenfeldbruck und Starnberg verkauft. "So etwas passiert jeden Tag, ist aber nicht schön", kommentierte Wilhelm. Er betonte, dass die Unser Land GmbH die Eier lediglich vertreibe, aber nichts mit der Herstellung zu tun habe.

Das Veterinäramt wird in den nächsten Tagen bei Dinkel weitere Proben nehmen und untersuchen, sagte die Sprecherin des Landratsamtes. Auf die Frage, woher die Verunreinigung stamme, verwies das Veterinäramt auf den Umstand, dass Eier aus der gleichen Körperöffnung des Huhns rollten wie Fäkalien. Der Campylobacter sei ein Darmbakterium, das sich nach Angaben von Michael Dinkel bei 40 bis 50 Prozent aller Hühner finden lässt, was den Tieren äußerlich aber nicht anzusehen sei.

Eine Erkrankung durch Campylobacter äußert sich beim Menschen meist innerhalb einiger Tage nach der Infektion in Gestalt von Durchfall, Bauschmerzen und gelegentlich Fieber. Die Beschwerden klingen in der Regel nach mehreren Tagen von selbst ab. Bei Säuglingen, Kleinkindern, Senioren und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem können die Symptome allerdings stärker auftreten. Wer schwere, anhaltende Symptome entwickelt, sollte zum Arzt gehen und auf eine mögliche Campylobacter-Infektion hinweisen. Wichtig sei auch, zu Hause die Hygienestandards zu beachten, um Kontaminationen zu vermeiden, teilte Unser Land in seinem Produktrückruf mit. Werden die Eier durchgegart, besteht angeblich keine Gefahr mehr für die Gesundheit.

Seit 2009 ist der Dinkelhof nach EU-Recht als Eierpackstelle zertifiziert. Andere Produkte des Betriebes, wie Eiernudeln und der Eierlikör, sind von dem Rückruf nicht betroffen. Der Betrieb darf aktuell auch weiter Eier verkaufen.