TSV 1880 StarnbergTennisspieler dürfen wieder hoffen

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Auf den ehemaligen Tennisplätzen des TSV 1880 Starnberg sollen Wohnungen und Parkplätze entstehen - ein Teil der Fläche könnte auch als Sportplatz genutzt werden.
Auf den ehemaligen Tennisplätzen des TSV 1880 Starnberg sollen Wohnungen und Parkplätze entstehen - ein Teil der Fläche könnte auch als Sportplatz genutzt werden. Arlet Ulfers

Ein Investor konnte nicht bauen, dem Verein fehlten Tennisplätze: Seit dem Verkauf eines Grundstücks am Riedener Weg herrscht Stillstand. Nun aber zeichnet sich eine Lösung für beide Seiten ab, wenn auch die Bauverwaltung mitspielt.

Von Peter Haacke, Starnberg

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Die großen Zeiten zu Beginn der Neunzigerjahre, in denen man beim TSV 1880 Starnberg sogar von einer Tennis-Bundesligamannschaft träumte, sind lange vorbei. Abgesehen davon, dass die Disziplin dank Steffi Graf und Boris Becker zum Breitensport mutierte, sahen sich die Starnberger Tennisfreunde beim TSV seit 2016 vor besondere Probleme gestellt: Ein bislang gepachtetes Areal wurde verkauft - mit fatalen Folgen für die Sportler. Der neue Eigentümer sperrte das Gelände, der Verein musste fortan auf fünf seiner insgesamt neun Tennisplätze verzichten.

Nun aber zeichnet sich eine Möglichkeit ab, den Tennissport zu beleben: Die neuen Eigentümer, die das insgesamt gut 10 000 Quadratmeter große Grundstück gekauft haben, streben eine einvernehmliche Übereinkunft zwischen Anwohnern, Verein und Belangen des Umweltschutzes an. Der Bauausschuss befasste sich am Donnerstag nach fünfjähriger Pause ein weiteres Mal mit den Möglichkeiten einer Wohnbebauung, zwei Tennisplätzen und einem Abstellplatz für 13 Autos.

Seit den Fünfzigerjahren betreibt der TSV ein Sportstadion am Riedener Weg

Tennis hatte im Fünfseenland schon immer einen besonderen Stellenwert: Lange Zeit galt der "weiße Sport" neben Golf, Reiten und Segeln als besonders prestigeträchtig. Der TSV 1880 Starnberg betreibt seit den Fünfzigerjahren am Riedener Weg ein Sportstadion nebst Tennisanlage. Vier Tennisplätze sind im Eigentum des Vereins, fünf weitere Plätze wurden jahrelang von der Schörghuber-Unternehmensgruppe "Bayerische Hausbau" hinzugepachtet. Der wettkampforientierte Starnberger Verein galt bayernweit als gute Adresse, neben vielen erfolgreichen Teams in verschiedenen Altersklassen entwickelte vor allem das Jugendturnier um den More&More-Cup überregionale Strahlkraft.

Doch mit dem Verkauf der verpachteten Fläche im Jahr 2016 an einen Investor, den Unternehmer Michael Ullmann, drohte dem "weißen Sport" beim TSV das Aus: Die fünf gepachteten Plätze nebst Zufahrt wurden gesperrt, auf dem insgesamt gut 10 000 Quadratmeter großen Gelände sollte eine Wohnanlage entstehen. Ergebnislos wurde lange zwischen dem neuen Eigentümer und dem TSV verhandelt, eine Einigung gab es nicht, und die mittlerweile auf 180 Personen geschrumpfte Abteilung verlor beständig Mitglieder.

Das Gelände wurde erneut verkauft. Das eröffnet neue Möglichkeiten

Nun aber hat Ullmann das brachliegende Gelände weiterverkauft. Das eröffnet die Möglichkeit, dass der Verein wenigstens zwei Plätze und Parkraum zurückbekommt. Nachdem zwischen den neuen Eigentümern und dem TSV Starnberg weitgehend Einigung über die Aufteilung der Fläche zu bestehen scheint, beschloss der Bauausschuss am Donnerstag die Aufstellung eines Bebauungsplans möglichst im beschleunigten Verfahren. Geplant sind zwei Doppelhäuser und ein Reihenhaus mit vier Einheiten.

Gleichwohl sind die Probleme die gleichen geblieben wie vor fünf Jahren: städtebauliche Konflikte im Grüngürtel, massive Eingriffe in den Baumbestand, Geländeveränderungen und Lärmschutz durch die nahe Eisenbahnlinie und den Spielbetrieb. Zuletzt war von einer 7,5 Meter hohen Schallschutzmauer die Rede. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Das Bauamt hat kaum mehr Kapazitäten, um die Unmenge an städtischen Projekten zu bearbeiten - eine Frage der Prioritäten. Die Entscheidung über den Bau der Tennisplätze obliegt dem Landratsamt.

Wann sich am Riedener Weg etwas tut, ist derzeit unklar. Für den TSV Starnberg, der am Donnerstag im Ausschuss durch Vereinspräsident Hans Michael Jungwirth und vier Mitstreiter der Tennis-Abteilung vertreten war , wäre die Erweiterung der Anlagen ein Segen. Für ein Spiel der Meden-Runde, die Tennis-Meisterschaftsrunde, werden drei Plätze benötigt. Fortan könnten - abgesehen vom erweiterten Trainingsbetrieb - also wieder zwei Begegnungen parallel stattfinden. Fraglich ist, wie der Verein die Finanzierung stemmen will: Zuletzt rechnete man 2017 für ein 3400 Quadratmeter großes Teilstück mit einer halben Million Euro.

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