Trauer in StarnbergAbsagen und Demo nach Unfalltod eines Buben

Lesezeit: 2 Min.

Am Unfallort beim Tutzinger-Hof-Platz in Starnberg wurden Blumen und Kerzen für den verstorbenen  Jungen abgelegt.
Am Unfallort beim Tutzinger-Hof-Platz in Starnberg wurden Blumen und Kerzen für den verstorbenen  Jungen abgelegt. privat
  • Ein achtjähriger Junge starb am Faschingsdienstag in Starnberg, als ein Kipplaster ihn beim Abbiegen erfasste und überrollte.
  • CSU und FDP sagten wegen des Unglücks ihre Wahlkampfveranstaltungen ab, während das Bündnis Mitte Starnberg für Freitag zu einer Demonstration aufruft.
  • Die Unfallkommission wird die als besonders komplex geltende fünfstrahlige Kreuzung nach dem polizeilichen Unfallbericht erneut untersuchen.
Von der Redaktion überprüft

Dieser Text wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

Während CSU und FDP wegen des Unglücks den Wahlkampf unterbrechen, will das Bündnis Mitte Starnberg für mehr Verkehrssicherheit auf die Straße gehen. Die Unfallkommission nimmt die gefährliche Kreuzung erneut in den Fokus.

Von Christian Deussing, Starnberg

Der tödliche Unfall auf dem Tutzinger-Hof-Platz in der Starnberger Ortsmitte wühlt auch einen Tag danach die Menschen in der Stadt auf. Unter dem Motto „Es reicht – eine Stadt geht auf die Straße“ hat das Bündnis Mitte Starnberg (BMS) für diesen Freitag, 20. Februar, 13 Uhr, zu einer Demonstration am Unfallort für „mehr Verkehrssicherheit“ aufgerufen.

Ein Kipplaster hatte am Faschingsdienstag beim Abbiegen von der Münchner Straße in die Hanfelder Straße einen achtjährigen Jungen auf seinem Fahrrad erfasst und überrollt. Der Bub, bei dem es sich um den Sohn einer Kommunalpolitikerin handelt, wurde so schwer verletzt, dass er wenig später im Krankenhaus starb. „Der tragische Unfall trifft uns alle hart. Unsere Gedanken sind vor allem bei der Familie, die ihr Kind verloren hat und bei den Menschen, die unter Schock stehen, Beteiligte wie Hilfskräfte“, teilte Landrat Stefan Frey in einer Presseerklärung mit.

„Wegen des schrecklichen Unglücks“ hat die CSU ihre Veranstaltung zum „Ascherdonnerstag“ im Tutzinger Hof nahe dem Unfallort kurzfristig abgesagt. Auch die FDP hat reagiert. Ihrer Ansicht nach gebietet es der Unfall, den Wahlkampf zu unterbrechen und das für diesen Donnerstag geplante Wirtschaftsgespräch mit dem ehemaligen Staatsminister Wolfgang Heubisch im Hotel Vier Jahreszeiten ausfallen zu lassen.

Seit Jahren wiesen Bürger und Stadträte des Bündnisses auf die Gefahren insbesondere für Radfahrende, Kinder und Fußgänger in dem Kreuzungsbereich hin, heißt es in einer Pressemitteilung, die die ehemalige Bürgermeisterin Eva Pfister und Markus Mooser vom BMS verschickt haben. Doch es tue sich nichts, denn „nur der Verkehrsfluss für Autofahrer auf der B2“ stehe im Vordergrund.  Gefordert werden unter anderem sichere, baulich getrennte Radwege entlang der Bundesstraße, sichere Querungen für Kinder und Fußgänger, bessere Ampelschaltungen und ein „umgehendes Handeln der zuständigen Behörden“.

Gemeint ist hiermit auch das Staatliche Bauamt Weilheim, das nun den offiziellen polizeilichen Unfallbericht abwartet. Der Tutzinger-Hof-Platz mit der B2 als Hauptachse ist fünfstrahlig und hat vier Fußgängerüberwege. Die Kreuzung soll zu den anspruchsvollsten und komplexeren in Bayern gehören. Sie stehe daher häufig im Fokus von Optimierungen, sagt Michael Meister, Sprecher des Staatlichen Bauamtes. Sobald der Bericht der Polizei vorliege, werde eine Unfallkommission diese Kreuzung wieder genau in Augenschein nehmen, so Meister. Außer dem Bauamt gehören der Kommission auch Vertreter der Unteren Verkehrsbehörde und der Polizei an.

Von der gegenüberliegenden Straßenseite aus wollte der Bub mit seinem Fahrrad den Weg überqueren.
Von der gegenüberliegenden Straßenseite aus wollte der Bub mit seinem Fahrrad den Weg überqueren. Christian Deussing

Nach Angaben der Starnberger Polizei wollte der achtjährige Bub über die Hanfelder Straße radeln und seiner vorausfahrenden Schwester folgen. In dem Moment bog der 56 Jahre alte Lkw-Fahrer um die Ecke und erfasste den Grundschüler zuerst mit dem vorderen rechten Reifen. Das Fahrrad und der Kipplaster wurden sichergestellt.

Der Lkw ist laut Polizei ein älteres Modell und verfügt daher nicht über einen Abbiegeassistenten, der seit Juli 2024 bei Neufahrzeugen verpflichtend ist. Vermutlich befand sich der Bub kurzzeitig im toten Winkel des Lastwagenfahrers, gegen den gleichwohl wegen fahrlässiger Tötung ermittelt wird. Überdies soll ein Gutachten den genauen Unfallhergang klären.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Fotoprojekt
:Die Rebellen vom Ammersee-Westufer

Der erfolgreiche Fotograf Yorck Dertinger hat nach Stationen in New York und München in Schondorf seine Heimat gefunden. Dort faszinierte ihn von Anfang an die lebendige alternative Szene. In seinem Langzeitprojekt „Auch Bayern“ porträtiert er Künstler, Außenseiter und Konsumverweigerer in Schwarz-Weiß.

SZ PlusVon Armin Greune

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: