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Orkan "Sabine" im Landkreis Starnberg:Bäume stürzen auf Gleis, Autobahn A95 und Spielplatz

Starnberg: Falkenweg Spielplatz gesperrt

Ein Baum reißt den Zaun eines Spielplatzes in Starnberg nieder.

(Foto: Nila Thiel; .)

Die Bahnstrecke nach Tutzing blieb auch am Dienstag lange gesperrt. Mehrere Straßen waren noch nicht freigegeben.

Das Sturmtief Sabine und seine Folgen: Auch am Dienstag mussten wieder Feuerwehren im Fünfseenland häufig ausrücken, um umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste auf Straßen zu beseitigen. Zudem war die Zugstrecke zwischen Starnberg und Tutzing für S-Bahnen am Dienstag immer noch gesperrt und wurde erst am Abend wieder freigegeben. In dem Streckenabschnitt waren etliche Bäume in die Oberleitung oder auf die Gleise gefallen. Die Reparaturen seien bei starken Böen und teilweise schwer zugänglichem Waldgebiet nicht einfach, sagte eine Bahnsprecherin. Die Fahrgäste mussten am Starnberger Bahnhof See in Busse und Taxen Richtung Tutzing umsteigen, um an ihr Ziel zu kommen.

Noch gesperrt blieben die Straßen zwischen dem Kreisel an der Waldkreuzung und Hausen sowie zwischen Hausen und Unterbrunn. Die Baumfällarbeiten waren noch nicht beendet. Ebenfalls nicht befahrbar war die Straße zwischen Söcking und Hadorf. Der Orkan habe eine Schneise in den Wald gefegt, insgesamt seien 100 Bäume entwurzelt, abgebrochen oder beschädigt worden, teilte das Starnberger Rathaus mit. Die Sperrung könne am frühen Mittwochmorgen aufgehoben werden und somit auch der Linienbus wieder von 5.45 Uhr an fahren. Bereits am Dienstagmittag wurde die Verbindung zwischen Leutstetten und Wangen freigegeben.

Auf dem Starnberger Spielplatz am Schloßhölzl wehte der Sturm einen Baum um, der einen Zaun niederdrückte. Der städtische Betriebshof hat den Spielplatz gesperrt, bis die Schäden behoben sind. Die Stadtverwaltung bittet nach dem Unwetter Besitzer von Gärten oder Wald darum, ihre Bäume zu kontrollieren oder prüfen zu lassen, damit die Verkehrssicherheit gewährleistet sei.

Wetter Mehrere Straßen im Landkreis Starnberg bleiben gesperrt
Orkan "Sabine"

Mehrere Straßen im Landkreis Starnberg bleiben gesperrt

Wegen umgestürzter Bäume rücken die Feuerwehren am Montag zu mehr als 120 Einsätzen aus. Die Bahnen stehen still, der Unterricht entfällt.   Von Christian Deussing

Bis zum Dienstagnachmittag meldete die Starnberger Kreisbrandinspektion etwa 15 Einsätze der Feuerwehr - in Krailling, Weßling, Gauting, Herrsching, Feldafing und Pöcking und Tutzing. In Monatshausen krachte ein Baum auf ein geparktes Auto am Straßenrand, wie die Polizei berichtet. Auf etwa 13 000 Euro schätzt sie den Schaden an Dach, Frontscheiben und Fahrertür; Feuerwehrleute mussten den Wagen von dem umgestürzten Baum freischneiden. Zudem blockierten entwurzelte Bäume zeitweise die Staatsstraße zwischen Tutzing und Diemendorf.

Alarmiert wurde vormittags auch die Berger Feuerwehr, weil im Ortsteil Leoni eine Buche auf ein Hausdach gefallen ist. Die Einsatzkräfte sicherten das beschädigte Dach, damit kein Wasser eindringt. Für die Reparaturen und die Beseitigung des Baumes seien aber Fachfirmen zuständig, erklärte der Berger Vize-Kommandant Martin Höbart.

Seine Feuerwehr war bereits gegen 3.30 Uhr am Dienstagmorgen zu einem Einsatz gerufen worden, um einen umgefallenen Baum auf der rechten Spur der Garmischer Autobahn kurz vor Schäftlarn zu entfernen. Dabei halfen auch Feuerwehrleute aus Starnberg und Wangen. Laut Polizei wurde fast zur selben Zeit ein weiterer Baum zwischen Höhenrain und Wolfratshausen auf die A 95 geweht - ebenfalls in südlicher Richtung. Zum Glück seien die Hindernisse rechtzeitig erkannt und gemeldet worden, berichtet die Polizei. Auch in diesem Fall sei niemand verletzt worden.

Am Montag durften Postboten auf Fahrrädern ihre Touren nicht antreten, weil dies zu riskant und gefährlich gewesen wäre. Die Böen hätten die Briefträger umwerfen können, zudem sollte die Post "nicht vom Wind zugestellt werden", merkte ein Postsprecher an.

© SZ vom 12.02.2020
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