Es bleibt bei der anvisierten Regelung zum Winterdienst in Starnberg: Einstimmig hat der Stadtrat am Montag beschlossen, den umstrittenen Beschluss vom Februar, der eine Sperrung von insgesamt 52 beschränkt-öffentlichen Geh- und Radwegen im gesamten Stadtgebiet vorsah, aufzuheben. Die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs werden im Winter 2024/25 voraussichtlich auf 22 Fußgängerwegen die Räum- und Streupflicht übernehmen. Einen Großteil der übrigen 30 Verbindungen sollen beauftragte Firmen übernehmen, ein kleinerer Teil verbleibt womöglich wie bisher bei Anliegern.
Das Thema hatte in den vergangenen Wochen landesweit Schlagzeilen gemacht, nachdem die Wege Anfang November mit Absperrgittern und Verbotsschildern versehen worden waren. In der Bevölkerung gab es anhaltenden Protest, die Sinnhaftigkeit des Beschlusses wurde bezweifelt. Die Stadt wollte im Rahmen der Haushaltskonsolidierung durch die Sperrungen insgesamt rund 60 000 Euro sparen. Der vorberatende Hauptausschuss der Stadt empfahl dem Stadtrat in der Vorwoche, die Sperrungen wieder aufzuheben.
Bürgermeister Patrick Janik (CSU, UWG, SPD, BLS) betonte am Montag, er habe sich „nicht hinter dem Stadtrat verstecken“ wollen, sondern lediglich einen Beschluss des Gremiums umgesetzt. „Wir haben einen Fehler gemacht“, sagte er, eine „pauschale Regelung“ zum Winterdienst sei nicht angemessen gewesen. Der Stadtrat plant, sich im März erneut unter Berücksichtigung aller relevanten Aspekte vertieft mit der Thematik zu befassen und eine endgültige Lösung zu vereinbaren. Der Antrag, die Absperrungen und Verbotsschilder im Wert von circa 25 000 Euro zu verkaufen, fand keine Mehrheit.

