Starnberger Stadtrat Liberale verlieren alle Ausschusssitze

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Stadtrat Marc Fiedler ist von der FDP zur UWG gewechselt.
Stadtrat Marc Fiedler ist von der FDP zur UWG gewechselt. (Foto: Franz Xaver Fuchs)

Nachdem sich Marc Fiedler der UWG angeschlossen hat, muss der Stadtrat seine vorberatenden Gremien neu besetzen. Der FDP-Ortsvorstand fordert Fiedler derweil auf, sein Mandat niederzulegen.

Von Linus Freymark, Starnberg

Nach dem Wechsel von Marc Fiedler von der FDP zur UWG hat der Starnberger Stadtrat die Ausschüsse neu besetzt. Dies war notwendig geworden, da durch Fiedlers Wechsel die bislang zweiköpfige FDP-Vertretung ihren Fraktionsstatus verliert und somit künftig in keinem der insgesamt zehn Ausschüsse mehr vertreten ist. Die fortan vierköpfige UWG-Fraktion hat durch ihr neues Mitglied aber einen zusätzlichen Sitz in den Ausschüssen gewonnen. Fiedler wird künftig unter anderem dem Haupt- und Finanzausschuss, Bauausschuss, Verkehrsausschuss, dem Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität sowie Feuerwehr- und Rettungsdienstangelegenheiten angehören.

Fiedlers ehemalige Partei forderte den 47-Jährigen derweil auf, sein Stadtratsmandat niederzulegen. „Herr Fiedler hat sich tatsächlich von der FDP weit entfernt“, teilte der stellvertretende Ortsvorsitzende Dietrich von Witzleben mit. Beispielhaft benannte er die von der FDP abweichende Haltung Fiedlers bei der Debatte über ein Alkoholverbot am Steininger Grundstück und sein Votum für eine Erhöhung der Gewerbesteuer. Der Starnberger Ortsvorstand der Liberalen fordert Fiedler deshalb auf, aus dem Stadtrat auszuscheiden.

Für die FDP hätte dies den Vorteil, dass sie ihren Sitz bei einem Ausscheiden Fiedlers aus dem Stadtrat aus eigenen Reihen nachbesetzen und ihren Fraktionsstatus zurückerhalten könnte. Erster Nachrücker wäre Stefan Werner Zeil, der gemeinsam mit der verbliebenen FDP-Stadträtin Anke Henniger den Ortsvorsitz innehat. Fiedler weist dieses Ansinnen von sich: Er werde sein Mandat natürlich nicht abgeben, sagte er auf Anfrage, sondern wolle „für meine Wähler weiterhin liberale Politik machen.“

Zwischen Fiedler und dem Ortsvorstand schwelte schon seit längerem ein nachhaltiger Konflikt. Der Bürgermeisterkandidat der Starnberger FDP von 2020 war im Mai 2022 von Henniger und Zeil entmachtet worden und hatte den Ortsvorsitz an das Duo verloren. Seither rumorte es in dem rund 50 Mitglieder starken Ortsverband. Fiedler hatte seinen Parteikollegen unter anderem vorgeworfen, keine klare Linie in der Debatte um den B2-Tunnel und zur Seeanbindung zu vertreten. Die Politik der Liberalen sei in Starnberg „von der Kommunalpolitik hin zum Populismus“ mutiert. Stadträtin Henniger dagegen erklärte vergangene Woche als Reaktion auf Fiedlers Rückzug aus der FDP, der Wechsel sei für sie „eine Befreiung“.

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