Er liebte den schillernden Auftritt ebenso wie kostspielige Autos, sein Herz aber schlug für den Starnberger Fußball und die Bedürftigen: Gerd Wernekke verband die Attitüde eines Vereinsbosses mit hohem sozialem Engagement. Er prägte als Vereinspräsident der Spielvereinigung Starnberg (1975 bis 1987) wie kein anderer die sportlichen Glanzzeiten der „Seelöwen“, jahrzehntelang förderte er als Mäzen den Starnberger Fußball. Gleichzeitig aber engagierte sich der „Doc“, wie viele seiner Freunde den Steuerberater nannten, aber auch für den Tierschutzverein, die Kirche und den „Freundeskreis des Klinikums Starnberg“. Wernekke wurde am 28. September 1943 geboren und starb am Pfingstsonntag nach langer Krankheit im Alter von 80 Jahren im Starnberger Klinikum.
Wie kein anderer verkörperte Wernekke als Persönlichkeit des öffentlichen Lebens in den Siebziger- und Achtzigerjahren einen Typus, der selten geworden ist in Starnberg. Der Mann mit der rauen Schale und dem weichen Kern – so charakterisiert ihn sein langjähriger Weggefährte Albert Panke – „konnte nach außen hin etwas ruppig sein, aber auch sehr großzügig“. Im Kern sei Wernekke stets ein „feiner, angenehmer und hilfsbereiter Mann“ gewesen, der allerdings auch immer wieder mal gern einen kernigen Spruch heraushaute.
Ältere Fußballfreunde wie Starnbergs Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger erinnern sich an Wernekke als jenen Mann, der den Grundstein für den sportlichen Aufstieg der Starnberger Kicker legte und den Verein aus den Niederungen bis in die Landesliga brachte. Jahrzehntelang förderte er die Spielvereinigung, die später mit den Kickern des Konkurrenzvereins FT 09 zum FC Starnberg fusionierte.
Auch für das Starnberger Kreiskrankenhaus erwies sich das Engagement Wernekkes als segensreich: 1987 gründete er gemeinsam mit Sängerin Heidi Brühl den „Freundeskreis des Klinikums Starnberg“. Der Verein unterstützt das Klinikum finanziell, mehr als zwei Millionen Euro kamen seither zusammen. Wernekke vermittelte dabei nicht nur Kontakte, sondern hatte selbst auch immer „ein offenes Ohr und eine offene Brieftasche“, erinnert sich Weggefährte August Mehr. Neben Tierschutzverein und evangelischer Kirche unterstützte Wernekke zuletzt auch die Bürgerinitiative „Pro Umfahrung - Contra Amtsstunnel“.
Wernekke wird diesen Dienstag, 28. Mai, um 14.30 Uhr auf dem Friedhof in Percha beigesetzt. Er folgt seiner Frau Gitta, die ihm im November nach schwerer Krankheit vorausgegangen war.

