Starnberg Sportliche Fusion

Hand in Hand: Das Team mit Stefan Meininger (v. li., Jugendleiter Söcking), Katrin Rumland (Jugendleiterin FT 09), Georg Bakalorz (Trainer Herren), Radek Biernat (Trainer A-Jugend), Ferdinand Hassert (Leitung Herren), Alex Nitsch (Abteilungsleitung FT09) und Manuel Riedmeier (Trainer A-Jugend).

(Foto: Privat)

Der Vorstand der Freien Turnerschaft in Starnberg stellt zusammen mit dem SV Söcking eine gemeinsame Fußballmannschaft auf - um damit auf das veränderte Freizeitverhalten zu reagieren.

Von Otto Fritscher, Starnberg

Es gibt fast keine Ausrede, die Franz Holzinger noch nicht gehört, ganz egal, ob sie nun wahr ist oder ob ein bisschen geflunkert wird. "Meine Oma hat Geburtstag", ist so ein Klassiker, aber auch Prüfungen, die die Jungs tatsächlich vom Fußballspielen abhalten. Oder auch bei den älteren Nachwuchsspielern, die 18 oder 19 Jahre alt sind, ein längerer Auslandsaufenthalt, etwa Work and Travel oder andere Reisen.

"So kommt es, dass wir bei manchen Begegnungen gerade mal die elf Spieler und zwei, drei auf der Ersatzbank mit Mühe und Not zusammenbekommen", sagt Holzinger, der sich als Vorsitzender der FT 09 Starnberg seit Jahren um die Wiederbelebung des Fußballs in der Kreisstadt bemüht und auch schon einiges erreicht hat. "Es ist schade, wenn junge Spieler in der A-Jugend so unter Druck sind und sich entscheiden müssen, ob sie ins Training gehen oder für die Schule lernen", sagt Holzinger und zeigt Verständnis für die Hobbykicker. Ein Ausweg wäre nur, in dieser Altersgruppe, in der die 17- bis 19-Jährigen spielen, einen größeren Kader zur Auswahl zu haben. "Der Amateurfußball muss sich halt dem veränderten Freizeitverhalten der Menschen anpassen, er ist angesichts der Vielfalt an Freizeitmöglichkeiten bei uns hier nicht mehr die Nummer eins am Wochenende", ist die Erfahrung es Vereinsvorsitzenden.

"Deshalb haben wir bei der FT von unten her neu aufgebaut und uns also vor allem um den Nachwuchs gekümmert", erklärt Holzinger. Offenbar mit Erfolg. Das Gleiche hat auch der benachbarte SV Söcking getan. Beide Vereine haben nach Ansicht von Holzinger "beste Voraussetzungen, zuverlässig sportlich anspruchsvollen Fußball zu spielen". Bis zur B-Jugend gebe es genügend vereinseigenen Nachwuchs, bei der A-Jugend wird die Luft aus geschilderten Gründen dann dünn. Doch nun können die Trainer aus einem gemeinsamen Reservoir von Spielern schöpfen, die oft in der selben Klasse in der selben Schule sind, aber im anderen Verein gespielt haben.

Insgesamt 570 Fußballer treten bei der FT Starnberg und dem SV Söcking gegen den Ball; davon sind 420 Jugendliche in 23 Jugend-Mannschaften von der G- bis zur A-Jugend, die in verschiedenen Ligen von der "Gruppe", so heißt die niedrigste Liga, bis in der Kreisliga spielen. "Ein solides Fundament für die sportliche Entwicklung in Richtung Herrenbereich", findet Holzinger. Denn auch die Herren in der ersten Mannschaft werden künftig wie die A-Jugend eine Spielergemeinschaft bilden. "In der AH gehen wir schon seit längerem diesen gemeinsamen Weg und haben gute Erfahrungen mit der Spielgemeinschaft gemacht", sagt Holzinger.

Die Infrastruktur in der Kreisstadt ist gut. Zusammen haben die beiden großen Vereine zwei Stadien, zwei beleuchtete Rasentrainingsplätze und je ein Großfeld mit Kunstrasen und ein Kleinfeld mit Kunstrasen und Flutlicht zur Verfügung. "Das sind beste Voraussetzungen, um einen fast ganzjährigen Trainingsbetrieb zu gewährleisten", erklärt der Vorstand. Die beiden Sporthallen ergänzen die Trainingsmöglichkeiten. "Ziel ist es nun, mit Hilfe unserer heranwachsenden Jugendlichen, mit Ehemaligen aus beiden Vereinen und begeisterten Wiedereinsteigern das bestehende Herrenteam quantitativ und qualitativ zu verbessern", erklärt Holzinger. Die Herrenmannschaft tritt zum Saisonbeginn im August in der B-Klasse an. Trainingsstart ist 7. Juni, und neu ist auch das Motto: "Spiel daheim, spiel SG", sagt Franz Holzinger.