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Starnberg:Zwei Coronavirus-Infektionen in Altenheim

Einer der erkrankten Flüchtlinge arbeitet in Percha im Malteserstift St. Josef. Nun sind eine Bewohnerin und eine Mitarbeiterin positiv getestet worden. Die Kindergartenkinder in Pöcking warten auf ihren Befund.

Nachdem sich neun Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in Percha mit dem Coronavirus infiziert haben, sind zwei Fälle im Altenheim Malteserstift St. Josef aufgetreten, wo einer der Erkrankten vor allem in der Küche arbeitet. Eine Bewohnerin und eine Mitarbeiterin seien positiv getestet worden, sagte Landratsamtssprecher Christian Kröck. Beiden gehe es "nicht schlecht". Die Bewohnerin sei in ihrem Zimmer, die Mitarbeiterin daheim unter Quarantäne gestellt worden. Nach Bekanntwerden der Infektionen in der Flüchtlingsunterkunft waren laut Landratsamt 200 Senioren und enge Kollegen des Asylbewerbers untersucht worden. Die Tests sollen am Mittwoch wiederholt werden. Bis 10. Juni gelten ein Besuchsverbot und ein Aufnahmestopp.

Keine Befunde erhielten die Kinder des Pöckinger Kindergartens, den ein infiziertes Kind aus dem Containerdorf in Percha besucht. Bei den anderen Kindern seiner Gruppe seien die Abstriche erst am Freitag genommen worden, sagte Landratsamtssprecher Kröck.

Die Gemeinde wehrt sich gegen die Schließung des Gemeindekindergartens. Wie Bürgermeister Rainer Schnitzler in der Sitzung des Gemeinderats am Donnerstag mitteilte, habe das Gesundheitsamt die gesamte Einrichtung gesperrt. Die vier Gruppen mit je höchstens fünf Kindern wurden laut Schnitzler gemäß den Vorschriften streng getrennt betreut, so dass sich die Kinder auch nicht im Freien begegnen konnten. Dennoch soll das Haus bis einschließlich 5. Juni geschlossen bleiben. "Das ist nicht konsequent", bemängelte der Rathauschef vor dem Hintergrund, dass in Schulen lediglich jene Klasse geschlossen werde, in der eine Erkrankung festgestellt wurde. Sobald eine Rückmeldung der Behörde vorliege, werde man die Eltern informieren.

Da auch die Kindergartenleiterin in Quarantäne geschickt worden war, nahm Schnitzler die Neugestaltung des Kindergartenaußengeländes von der Tagesordnung. Ohne die Vorstellung des Projekts durch die Leiterin mache die Debatte keinen Sinn. Zumal sich die Eltern derzeit ohnehin nicht treffen könnten, um gemeinsam an dem Projekt zu arbeiten.

Eine weitere Infektion verzeichnete das Landratsamt am Freitag bei einem Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in Seefeld, der aus anderem Grund in eine Klinik musste und dort getestet wurde. Zwei weitere Bewohner stehen unter Quarantäne. Mit den drei neuen Fällen steigt die Zahl der Infektionen im Landkreis auf 547. Vier der sechs Patienten in den Kliniken müssen beatmet werden.

© SZ vom 30.05.2020 / sbh, dac

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