Seeanbindung StarnbergStadtrat wählt Mitglieder des Beirats

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Vier Gleise und zwei Bahnsteige trennen am Starnberger Seebahnhof die Stadt vom See - auch dies ist ein Thema für den neuen "Seeanbindungsbeirat".
Vier Gleise und zwei Bahnsteige trennen am Starnberger Seebahnhof die Stadt vom See - auch dies ist ein Thema für den neuen "Seeanbindungsbeirat". (Foto: Franz Xaver Fuchs)

Drei Architekten und ein Pensionär sollen ihre Ideen für das wichtigste städtebauliche Projekt der Kreisstadt in die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn einbringen.

Von Peter Haacke, Starnberg

Die „Seeanbindung“ gilt als eines der wichtigsten Projekte der Stadt Starnberg. Seit Jahren schon basteln Fachleute an einer Lösung, wie man die Interessen der Deutschen Bahn (DB) und der Stadt einvernehmlich unter einen Hut bekommen könnte. Das Staatsunternehmen muss die technischen Anlagen und Gleise rund um den Bahnhof See erneuern, die Stadt möchte die Trennwirkung der Bahnstrecke zwischen Stadt und See abmildern, Barrierefreiheit herstellen und den Bereich der Seepromenade aufhübschen.

Den schwierigen Verhandlungen steht nun ein weiteres Gremium bei: Ein vierköpfiger „Seeanbindungsbeirat“ soll Anregungen und Wünsche zum komplexen Thema einbringen können. Der Stadtrat benannte am Montag in geheimer Wahl vier Mitglieder.

Bislang scheiterte das Vorhaben „Seeanbindung“ am nicht vorhandenen Geld: Rund 177 Millionen Euro dürfte der Umbau kosten, vielleicht auch mehr. Doch die Stadt verfügt nicht über die Mittel, folgerichtig zog Bürgermeister Patrick Janik (UWG, CSU, SPD, BLS) angesichts der Nicht-Finanzierbarkeit zum Jahresende die Reißleine: Mit der DB muss über die Machbarkeit des Projekts neu verhandelt werden. Gleichwohl ist das Vorhaben in der Bürgerschaft höchst umstritten. Der Stadtrat beschloss daher im Juli, dem städtischen Verhandlungsteam, das ausschließlich aus Bürgermeister, Mitarbeitern der Verwaltung und Stadträten besteht, ein weiteres beratendes Gremium zur Seite zu stellen: den „Seeanbindungsbeirat“.

Der Impuls hierzu kam aus einer Bürgerversammlung, den Antrag hatte Iris Ziebart, ehemalige FDP-Stadträtin und Vorsitzende des Vereins „Schöner zum See“, eingebracht. Der Beirat soll eine Bürgerbeteiligung am Projekt Seeanbindung sicherstellen. Die Aufgabe besteht vorwiegend darin, Anmerkungen zu Konzepten und Verhandlungen mit der DB einzubringen sowie in der „Anhörung vor Umsetzung von Projekten und Umbaumaßnahmen im Zuge des Projekts“. An direkten Verhandlungen mit der DB ist der Beirat nicht beteiligt.

Nach Ausschreibung der vakanten Posten wählte der Stadtrat am Montag unter 22 Kandidaten vier Personen aus: Die renommierten Architekten Marco Goetz, Nicolai Baehr und Walter Waldrauch sowie der kommunalpolitisch erfahrene Pensionär Rudi Nirschl sollen ihre Ideen einbringen und jährlich mindestens einmal beraten. Antragstellerin Ziebart hatte nicht für den Beirat kandidiert, obwohl Bürgermeister Janik, der das neue beratende Gremium leiten wird, sie dazu ermutigt hatte.

Gleichwohl hatte Janik der Vereinsvorsitzenden zugesichert, dass sie in eine Entscheidungsfindung im Rahmen der Verhandlungen mit der Bahn beteiligt werden könne, sofern auch die Verantwortlichen der DB zustimmen. Diese Aussage bezieht sich aber ausschließlich auf den vom Verein propagierten Vorschlag „Seeanbindung 2.0“, präzisierte Janik auf Nachfrage.

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