Saal 125, Amtsgericht Starnberg, 15 Uhr, Zeit der Gerechten. Es ist friedlich und idyllisch hier, in einem der wohlhabendsten und sorgenärmsten Orte Deutschlands. Die Staatsanwältin macht erst mal die Fenster zu, weil draußen ein paar Kinder laut spielen. Ein paar Besucher verteilen sich auf die Zuschauerreihen, sie sehen zu ihrer Linken die Staatsanwältin, in der Mitte den Richter und rechts zwei Menschen, die in Orten wie Starnberg gerne Gestalten genannt werden: der Angeklagte und sein Verteidiger.
StarnbergNotorischer Schwarzfahrer
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Manuel Erhardt steht vor Gericht, weil er 23 Mal beim Schwarzfahren erwischt wurde. Er hatte jedes Mal ein Schild dabei: "Ich fahre ohne gültige Fahrkarte". Über die Frage, was zählt.
Von Martin Wittmann
