Schneechaos im Landkreis Starnberg:Problematische Pracht

Schneechaos im Landkreis Starnberg: In Stegen am Ammersee erfreuen sich Spaziergänger an der Winterlandschaft. Doch der Schnee sorgt für zahlreiche Einschränkungen.

In Stegen am Ammersee erfreuen sich Spaziergänger an der Winterlandschaft. Doch der Schnee sorgt für zahlreiche Einschränkungen.

(Foto: Arlet Ulfers)

Nach dem witterungsbedingten Schulausfall müssen die Schülerinnen und Schüler am Dienstag wieder in den Unterricht. Im Nahverkehr sowie bei Müllabfuhr und Wertstoffhöfen gibt es weiterhin Einschränkungen.

Von Linus Freymark, Starnberg

Schnee ist an sich ja eine schöne Sache, besonders vor Weihnachten freuen sich viele Menschen über die weiße Pracht. Aber so viel wie jetzt gerade? Das muss dann auch nicht unbedingt sein, erst recht, weil die Schneemassen vielerorts ein Sicherheitsrisiko darstellen. Und deshalb die gute Nachricht vorweg: Es ist kein neuer Schnee hinzugekommen am Montag. Die nicht ganz so gute dagegen: Der Schnee, der schon da ist, ist gekommen, um zu bleiben - zumindest für die nächsten Tage.

Und so normalisiert sich die Situation im Landkreis Starnberg zwar stückchenweise wieder. Doch auch in den kommenden Tagen wird aufgrund der Schneemassen noch mit Einschränkungen zu rechnen sein. Das zeigt sich etwa am öffentlichen Nahverkehr: Die Buslinien verkehren von Dienstag an zwar wieder nach regulärem Fahrplan, doch wann Züge und S-Bahnen wieder fahren können, "ist derzeit noch unklar", teilte das Landratsamt am Montagnachmittag mit.

Aufatmen dürften die Eltern von Schulkindern: Nachdem die Schulen im Landkreis am Montag geschlossen geblieben waren, werden die meisten Schülerinnen und Schüler am Dienstag wieder in den Unterricht gehen. Lediglich die Berufs- und Fachoberschule in Starnberg sowie die Grundschule Stockdorf bleiben nach Angaben des Landratsamtes auch am Dienstag noch geschlossen. Die Gründe hierfür: Die Berufs- und Fachoberschüler kommen oft von außerhalb, und weil der öffentliche Nahverkehr noch immer eingeschränkt ist, bleibt es für viele auch am Dienstag unmöglich, zum Unterricht zu erscheinen. In der Grundschule Stockdorf ist die Heizung ausgefallen.

Der Verkehr auf den Straßen hat sich zum großen Teil wieder normalisiert. Mit sieben Fahrzeugen und umweltfreundlichen Salzsolen hat die Kreisstraßenmeisterei Bundes-, Staatsstraßen und Kreisstraßen größtenteils vom Schnee befreit. Ärger gab es hingegen in Weßling: Hier kamen die Verantwortlichen mit dem Schneeräumen nicht hinterher, die Ortsdurchfahrt war am Montagmorgen nur schwer befahrbar. Bürgermeister Michael Sturm erklärte, der Bauhof sei am Montag bereits von 4 Uhr morgens an mit drei Fahrzeugen dabei gewesen, die Straßen zu räumen und mithilfe von Unternehmern auch Gehwege und Seitenstraße freizumachen. Die Gemeinde tue ihr Bestes in dieser besonderen Situation, versicherte Sturm.

Schneechaos im Landkreis Starnberg: Der Herrschinger Dampfersteg ragt eingeschneit in den See hinein.

Der Herrschinger Dampfersteg ragt eingeschneit in den See hinein.

(Foto: Georgine Treybal)
Schneechaos im Landkreis Starnberg: Wegen der Schneemassen auf den Schienen wie hier in Herrsching ist noch immer kein Zugverkehr möglich.

Wegen der Schneemassen auf den Schienen wie hier in Herrsching ist noch immer kein Zugverkehr möglich.

(Foto: Georgine Treybal)

Die Stadt Starnberg warnt unterdessen, in Wäldern, Parks, Friedhöfen und Spielplätzen herrsche "akute Lebensgefahr", nachdem zahlreiche Bäume und Sträucher unter den Schneemassen bereits eingeknickt sind. "Es ist jederzeit mit Schneebruch und Baumumstürzen zu rechnen", teilte die Stadtverwaltung mit - erst recht, da für die kommenden Tage Eisregen angekündigt ist. Friedhöfe sowie der Schlossgarten sind deshalb gesperrt, der Waldkindergarten bleibt vorerst geschlossen. Auch die Hirschangersporthalle und das Lochmannhaus am Heimatmuseum sind wegen des Schnees auf dem Dach gesperrt. Andere Sporthallen können dagegen geöffnet bleiben. Anders in Tutzing: Hier sind die Sporthalle der Grund- und Mittelschule sowie die Würmseehalle mindestens bis einschließlich Donnerstag gesperrt.

Auch beim kommunalen Abfallwirtschaftsbetrieb Awista ist derzeit kein regulärer Betrieb möglich. Am Montag konnte die Müllabfuhr nicht ihrer Arbeit nachgehen, alle Wertstoffhöfe blieben geschlossen. Dies werde voraussichtlich auch noch am Dienstag der Fall sein, "um potenzielle Gefahren im Zusammenhang mit den winterlichen Bedingungen zu minimieren", teilte ein Unternehmenssprecher mit. Und auch in den Seen macht sich der viele Niederschlag der vergangenen Tage bemerkbar: In Stegen am Ammersee wurde am Montag die erste Hochwassermeldestufe erreicht.

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