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Starnberg:Reif für die Insel

Starnberg: Musikschule

Nach 30 Jahren an der Musikschule geht Cornelia Lee-Winser in den Ruhestand. Sie hatte 1991 als Geigenlehrerin in Starnberg begonnen. Ende der Woche feiert sie ihren 63. Geburtstag.

(Foto: Nila Thiel)

Cornelia Lee-Winser hört als Leiterin der Musikschule auf

Von Peter Haacke, Starnberg

Die Starnberger Musikschule hat eine neue Schulordnung und Benutzungssatzung: Einhellig verabschiedete der Stadtrat am Montag ein neun Seiten umfassendes Papier, das auf einem Satzungsmuster des Verbands Bayerischer Sing- und Musikschulen basiert. Doch das ist nicht die einzige Änderung: Cornelia Lee-Winser, die langjährige Leiterin der Musikschule, wird die Institution nach insgesamt 30 Jahren im November 2021 verlassen. Die Stadt ist bereits auf der Suche nach einer Nachfolgerin beziehungsweise einem Nachfolger, die Ausschreibung findet sich auf der Homepage der Stadt.

In der Musikschule werden derzeit mehr als 1100 Schülerinnen und Schüler von 36 Lehrkräften unterrichtet. Unter engagierter Leitung von Lee-Winser, die den Posten 2006 übernahm, wurde die Musikschule sowohl in der Breitenarbeit als auch der Spitzenförderung für alle Stilrichtungen und Altersgruppen ausgebaut. Die Schule, an der auch die Gemeinden Berg und Pöcking beteiligt sind, genießt als Bildungs- und Kultureinrichtung hohe Anerkennung. Die Erwartungen an Lee-Winsers Nachfolger sind deshalb hoch: Neben Leitung und Führung der Musikschule werden auch weiterhin neue Ideen und Konzepte für eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung gefordert.

Lee-Winser, die ihre Karriere in Starnberg 1991 als Lehrkraft für Geige und Bratsche begann, hat ihre Stellung aus rein privaten Gründen gekündigt. Ende dieser Woche feiert sie ihren 63. Geburtstag, ihr Ehemann ist bereits im Ruhestand. Nun freut sie sich auf ein paar schöne gemeinsame Jahre: Angedacht ist ein Auslandsaufenthalt, mögliches Ziel könnten die Kanarischen Inseln sein. Ihren potenziellen Nachfolger, der am 1. September 2021 beginnen soll, wird sie noch zwei Monate lang in das komplexe Aufgabenfeld einarbeiten.

Der Posten ist anspruchsvoll: Erwartet wird unter anderem ein musikpädagogisches Studium oder der Abschluss an einer Musikhochschule sowie erste Leitungserfahrungen als Lehrkraft und Chef eines Ensembles. Hinzu kommen Kernkompetenzen wie Teamfähigkeit, Organisationskompetenz, Kreativität und Überzeugungskraft, aber auch ein sicheres und sachverständiges Auftreten in der Öffentlichkeit - insbesondere bei politischen Fachgremien. Das wird voraussichtlich insbesondere dann gefragt sein, wenn es um den künftigen Standort der Starnberger Musikschule geht: Das Gebäude, das einstige Starnberger Altenheim, ist mehr als 100 Jahre alt und von Grund auf sanierungsbedürftig. Eine grundsätzliche Entscheidung des Stadtrates zur Zukunft des Hauses steht derzeit allerdings noch aus.

Nach Kenntnisstand von Lee-Winser soll es bislang erst eine Bewerbung für den nach Entgeltgruppe E11 dotierten Posten geben. Sie hoffe darauf, dass die Stadt im voraussichtlich bereits im Januar stattfindenden Bewerberverfahren dennoch "eine gute Auswahl" trifft.

© SZ vom 26.11.2020
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