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Starnberg:Protest aus Söcking

Verlegung von Bushaltestellen ärgert Fahrgäste und Anwohner

Mehr als 300 Unterschriften hat die Söckingerin Gabi Zimmermann binnen kürzester Zeit gesammelt, die allesamt Protest ausdrücken: Die beiden von der Starnberger Stadtverwaltung verlegten Bushaltestellen "Söcking Mitte" sind ihrer Ansicht nach nun am falschen Platz. Seit Monaten rumort es im Ortsteil, weil die Verlegung aus Sicht von Fahrgästen und Anwohnern eine Verschlechterung der Situation darstellt. Der Mobilitätsausschuss des Stadtrats hat am Dienstag mit knapper Mehrheit einen Ortstermin beschlossen, um die Standorte der Haltestellen an der Andechser Straße erneut zu untersuchen.

Nur 1,40 Meter breit ist der Gehweg, auf dem die Fahrgäste, darunter viele Schulkinder, derzeit auf den Bus warten. Stadtrat Stefan Frey (CSU) sagte zu Bürgermeisterin Eva John: "Es überwiegen die Probleme, die Sie mit dieser Situation geschaffen haben". Er verlangte die Rückverlegung der Haltestellen, weil sich aus der Änderung "kein einziger Vorteil" ergebe. Auch weitere Stadträte äußerten Kritik: Martina Neubauer (Grüne) bezeichnete die aktuelle Lage der Bushaltestellen der Linien 903, 950 und 951 als "ungünstigste aller Situationen". Patrick Janik und Angelika Wahmke (beide UWG) erkannten eine "Verschlechterung in allen Punkten", mit der die Bürger sehr unglücklich seien.

Bürgermeisterin John hielt dagegen: Die Haltestellen an alter Stelle seien "besonders mängelbehaftet" gewesen. Auf der nördlichen Fahrbahnseite in Richtung Andechs habe die Haltestelle im Bereich einer Ampel keine Aufstellfläche gehabt, die Fahrgäste mussten auf einem Garagenvorplatz stehen. Auf der gegenüberliegenden Seite in Richtung Starnberg sei die vorhandene Busbucht zu schmal, zu kurz und ohnehin oft zugeparkt gewesen. Zudem existiere keine geeignete Bordsteinkante zum Einstieg. Auch hätten die beteiligten Fachstellen - Polizei und Landratsamt - der Verlegung zugestimmt.

Weiter argumentierte John, die Verlegung der Bushaltestellen sei auch dem barrierefreien Umbau der Kirche St. Stephan geschuldet - und widersprach damit ihrer eigenen Aussage tags zuvor im Bauausschuss, als sie mitteilte, der Umbau habe nichts mit den Haltestellen zu tun. Franz Heidinger (BLS) hakte nach: Er wollte wissen, ob die Eigentümerin, mit der die Stadt ein etwa 35 Quadratmeter großes Grundstück zur Realisierung der St. Stephan-Pläne tauschen möchte, womöglich identisch sei mit der Eigentümerin der bisherigen Bushaltezone. John entgegnete, sie wisse es nicht und bezeichnete Heidingers Einlassungen als Spekulation.

Freys Antrag auf Rückverlegung scheiterte mit einem Patt bei der Abstimmung. Stattdessen soll nun ein bislang noch nicht terminierter Ortstermin Klarheit schaffen. Anwohnerin Zimmermann, die den Bushalt direkt vor ihrem Haus hat, empfiehlt für die Exkursion Zeiten von 7 bis 8 Uhr oder von 13 bis 14 Uhr.