Feinkost in Starnberg:Aus Schindler wird Käfer

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Feinkost in Starnberg: Der Münchner Gastronom Michael Käfer ist nun auch in Starnberg vertreten: Neben dem Geschäft im ehemaligen "Schindler Delikatessen" können sich die Starnberger auch kleine Gerichte servieren lassen auf 20 Innen- und 35 Außenplätzen.

Der Münchner Gastronom Michael Käfer ist nun auch in Starnberg vertreten: Neben dem Geschäft im ehemaligen "Schindler Delikatessen" können sich die Starnberger auch kleine Gerichte servieren lassen auf 20 Innen- und 35 Außenplätzen.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Der Münchner Feinkosthändler und Wiesnwirt hat lange nach einem neuen Standort für eine Delikatess-Filiale gesucht. In Starnberg ist er nun fündig geworden.

Von Astrid Becker

Zwischen den drei Gesprächen liegen jeweils nur wenige Minuten. Im ersten stellt Michael Käfer bei der Eröffnung seines "Deli Genussraums" im ehemaligen Starnberger Feinkostgeschäft "Schindler Delikatessen" klar, dass er dort nicht auf den Promifaktor setzen wolle, sondern auf Qualität. Wer Käfer kennt, weiß, wie gern er vergisst, dass so manch einer auch ihn, den Feinkosthändler und Wiesnwirt, durchaus zur Prominenz zählt. Nur wenig später zeigt sich dies bei der Eröffnung von Käfers neuem Laden in der Starnberger Maximilianstraße: Eine Kundin tritt an Michael Käfer heran und bittet um ein Foto. Wiederum nur ein paar Minuten später betritt Michael Roll die neue Käfer-Hochburg. Den deutschen Schauspieler und Synchronsprecher treibt die Neugier her: Er lebt zwar im Landkreis Starnberg, hat aber ein Büro in der Nähe des gut zehn Mal so großen Käfer'schen Stammhauses in der Münchner Prinzregentenstraße. Schön, sagt er, dass er jetzt ein wenig Käfer auch quasi vor seiner Haustür habe.

Feinkost in Starnberg: Der Feinkosthändler und Wiesnwirt Michael Käfer (links) zählt in München selbst zur Prominenz. Hier ist er mit seinen beiden Starnberger Geschäftsführern Ludwig Oefler und Claudia Gilson zu sehen.

Der Feinkosthändler und Wiesnwirt Michael Käfer (links) zählt in München selbst zur Prominenz. Hier ist er mit seinen beiden Starnberger Geschäftsführern Ludwig Oefler und Claudia Gilson zu sehen.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Michael Käfer freuen Aussagen wie diese naturgemäß, und als er vernimmt, dass Roll früher auch immer wieder mal bei Schindler eingekauft hat, bringt er gleich eine Bitte an: Wenn irgendwas nicht passe oder nicht so gut schmecke, solle Roll ihm das doch bitte mitteilen. Es ginge schließlich um Qualität, betont er erneut, und nicht um den Promifaktor. Auch wenn sich mit Sicherheit gerade am Starnberger See die eine oder bekannte Persönlichkeit unter Käfers Kundschaft mischen wird. Wie in München und im Käfer-Wiesnzelt ja auch.

Feinkost in Starnberg: In dem 150 Quadratmeter großen Laden gibt es hochwertige Schaumweine, aber auch Erzeugnisse recht prominenter Menschen: etwa Rosé von Miraval, einem Weingut, das einst Angelina Jolie und Brad Pitt gemeinsam gehörte. Nur eines wird nicht angeboten: Frischer Fisch. Das überlässt Käfer dem preisgekrönten Fischgeschäft "Dechant".

In dem 150 Quadratmeter großen Laden gibt es hochwertige Schaumweine, aber auch Erzeugnisse recht prominenter Menschen: etwa Rosé von Miraval, einem Weingut, das einst Angelina Jolie und Brad Pitt gemeinsam gehörte. Nur eines wird nicht angeboten: Frischer Fisch. Das überlässt Käfer dem preisgekrönten Fischgeschäft "Dechant".

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Mit den "Reichen, den Schönen und den schön Reichen", beantwortet dann auch der Vorstand der Käfer-Gruppe, Marc Eckes, die Frage, mit welcher Klientel man denn rechne. Eckes lebt am Starnberger See, er hat den Deal als Kunde von Schindler mit der bisherigen Inhaberin Brigitte Irmer eingefädelt. Vor etwa einem Jahr seien erste Gespräche dazu gelaufen. Dass ihr Delikatesshaus - seit knapp 90 Jahren ein Familienbetrieb - nun Käfer sei, bezeichnet Irmer als "Win-win-Situation": "Ich hatte keinen Nachfolger, in der Branche gibt es nicht viele, die dieses Geschäft beherrschen und kaum jemanden, der Filialen eröffnet", sagt sie. Da lande man unweigerlich bei Käfer, der sich nun mit sieben Delis schmücken kann: Neben Starnberg existieren noch Käfer-Filialen in den Münchner Stadtteilen Schwabing, Solln, Nymphenburg, im Glockenbachviertel und - etwas außerhalb - in Brunnthal und Parsdorf. Seit Jahren schon, so erzählt es dann auch der Münchner Feinkosthändler, habe man nach weiteren Standorten gesucht, etwa in Augsburg, Landshut oder auch in Freising: "Aber nun in so einer schönen Gegend zu landen, besser geht es nicht", sagt Käfer.

Schon als Kind sei er viel am Starnberger See gewesen, sein Vater Gerd habe einst einen Teil des "Forsthaus am See" in Pöcking besessen. Deshalb habe er selbst dann mit 18 Jahren eine Motorbootlizenz für den Starnberger See beantragen müssen: "Da wartet man ja 20 Jahre darauf, das war bei mir auch so. Als ich sie dann bekommen hätte können, habe ich sie nicht genommen." Heute ist Käfer privat zwar mehr am Tegernsee, fühlt sich dem Fünfseenland aber emotional verbunden. So erklärt er auch seine Freude über das "bisschen Käfer" in Starnberg, wie es Roll genannt hat. Oder die Essenz davon, wie Eckes es beschreibt: "Die beliebtesten Käfer-Produkte gibt es nun auch hier." Unter anderem auch einen Rosé aus dem provenzalischen Weingut Miraval, das einst dem nun getrennten Schauspielerpaar Angelina Jolie und Brad Pitt gemeinsam gehörte, was den Flaschenpreis mittlerweile auf knapp 25 Euro getrieben hat. Ganz ohne Promi-Faktor geht es dann wohl doch nicht. Nicht mal in Starnberg.

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