StarnbergDie Filmfans im Fünfseenland haben es schon lange gewusst, nun wissen es auch alle anderen: Das Filmprogramm der Breitwand-Kinos ist eins der besten, vor allem das Kino in Schloss Seefeld. Es ist am Donnerstag vom Bundeskulturstaatsministerium mit dem Spitzenpreis für das beste Jahresfilmprogramm 2012 ausgezeichnet worden. Der Preis, der im Schauburg-Filmtheater in Karlsruhe verliehen wurde, ist mit 20 000 Euro dotiert. Mit der Auszeichnung würdigt und fördert das Ministerium die Filmtheater, die sich bei der Verbreitung deutscher und europäischer Filmkunst besonders verdient gemacht haben.
Für Kino-Betreiber Matthias Helwig war es ein sehr emotionaler Abend, fand die Verleihung doch am Jahrestag des Todes seines Vaters statt, der "mich zum Film, zum Kino gebracht hat". In seiner Dankesrede betonte er, wie wichtig es sei, gerade auch die ganz kleinen Kino-Orte zu erhalten. Seefeld gehört mit rund 6000 Einwohnern in jedem Fall dazu und ist einer der Austragungsorte des Fünfseen-Filmfestivals. Dieses ist laut Jurybegründung das sprichwörtliche "Tüpfelchen auf dem i einer Kombination aus allen Bereichen des guten Kinomachens". Der Zeitpunkt für den Preis hätte kaum besser sein können, Helwig kann mit der Prämie die Kosten für die Digitalisierung seiner Leinwände abfedern. Helwig, Kinomacher seit 27 Jahren, hat den Kinoprogrammpreis bereits zum zweiten Mal bekommen. 1997 war er für sein Programm damals noch im Kino Breitwand in Gilching ausgezeichnet worden. Insgesamt wurden 201 deutsche Kinos prämiert, für Preisgelder von insgesamt 1,5 Millionen Euro.