Verkehr in Starnberg:Autobahnabfahrt bei Gut Buchhof liegt auf Eis

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Verkehr in Starnberg: Stark frequentiert: die Kreuzung Berger Straße und Würmstraße in Percha.

Stark frequentiert: die Kreuzung Berger Straße und Würmstraße in Percha.

(Foto: Nila Thiel)

Laut einem Gutachten hätte eine Anschlussstelle dort nicht den gewünschten Effekt, den Ortsteil Percha von Verkehr zu entlasten.

Von Linus Freymark

Die Planungen für eine Autobahnabfahrt auf Höhe des Guts Buchhof werden zunächst nicht weiter verfolgt - das hat der Starnberger Stadtrat am Montagabend beschlossen. Mit 19 zu 9 stimmten die Gremiumsmitglieder dafür, die Planungen vorerst zurückzustellen, "bis neue Erkenntnisse eine erneute Bearbeitung rechtfertigen", wie es in der Beschlussvorlage heißt. Durch die Ausfahrt soll der stark frequentierte Ortsteil Percha, speziell die dort zentrale Kreuzung, von Verkehr entlastet werden. Die Gutachter der Autobahn GmbH kamen nun jedoch zu dem Schluss, dass eine Abfahrt bei Gut Buchhof "keine nachhaltige Entlastung der Kreuzung Percha" bewirke. Zudem müsste die Stadt Starnberg die Kosten von fast fünf Millionen Euro alleine stemmen.

"Mit großen Bauchschmerzen" habe er sich dazu durchgerungen, das Projekt vorerst auf Eis zu legen, bis die finanzielle Lage eine Fortführung der Planungen erlaube, erklärte Bürgermeister Patrick Janik. Man wolle die Abfahrt, "aber halt nicht um jeden Preis". Denn neben den fünf Millionen Euro kämen wohl weitere Kosten auf die Stadt zu: Aus Gründen des Artenschutzes müsste die Trasse verlegt werden, wodurch Grunderwerb nötig werden würde. Das liegt auch daran, dass die naheliegende Munich International School (MIS) eine Überplanung ihrer Parkplatzerweiterungsfläche ablehnt. Auch eine Kostenbeteiligung lehnt die MIS bislang ab, obwohl die Schule von der Abfahrt wohl stark profitieren würde. Darüber soll nun noch einmal verhandelt werden.

Der vorübergehende Stopp der Planungen zog im Stadtrat einige Kritik nach sich. So plädierten BLS, WPS, BMS und Teile der UWG für eine Fortführung der Planung. Die Grünen sowie die SPD dagegen sprachen sich geschlossen dafür aus, das Projekt vorerst nicht fortzuführen. Die Finanzlage sei "richtig, richtig schlecht", sagte Franz Sengl (Grüne). Seine Parteikollegin Kerstin Täubner-Benicke ergänzte, man müsse ehrlich sein und dürfe keine Hoffnungen auf eine Verkehrsentlastung in nächster Zeit machen. "Das wird nicht kommen."

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