Starnberg Pächter der Tennisanlage droht mit Klage

Richard von Rheinbaben und sein Bruder Rolf (links) glauben an die Zukunft ihrer Tennisanlage.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Richard von Rheinbaben will die Verlängerung von Erbpachtverträgen auf juristischem Weg erzwingen

Von Christian Deussing, Starnberg

Mit viel Schwung sind der Internet-Unternehmer Richard von Rheinbaben und sein Bruder Rolf in der Tennisanlage an der Gautinger Straße in Starnberg durchgestartet. Der vorherige Betreiber hatte Konkurs angemeldet. Die neuen Pächter haben seit Mai 200 000 Euro investiert. In der Halle mit sechs Plätzen wurde eine LED-Beleuchtung installiert, Dusch- und Umkleidekabine sind renoviert, Buchungen sind nun online via Internet möglich. Der Graffiti-Künstler Nils Jänisch hat die Hallenfassade gestaltet. Ein früheres Büro wurde zu einem Fitnessstudio umgewandelt; dort wird ein spezielles Konditionstraining angeboten.

Mit der Resonanz ist Richard von Rheinbaben zufrieden, aber nicht mit der Stadt Starnberg, der das Grundstück mit den beiden Hallen gehört. Der Pächter droht jetzt damit, die Stadt zu verklagen. Das Rathaus sträube sich weiter dagegen, den Übergang zu akzeptieren und die Erbpachtverträge um jeweils zehn Jahre bis 2030 und 2033 zu verlängern, klagt der Tutzinger.

Deswegen habe er die vereinbarte Ablöse in Höhe von einer halben Million Euro noch nicht an die VR-Bank bezahlt, die im vorigen Jahr als Hauptgläubiger den Insolvenzantrag gestellt hatte. Rheinbaben vermisst eine Antwort von der Stadt, um langfristiger planen zu können. Keine Probleme habe er mit dem zweiten Eigentümer des insgesamt knapp 20 000 Quadratmeter großen Areals, der Bayerischen Hausbau. Die Gesellschaft hat die Außenanlage, Parkplätze und Zufahrt bis zum Jahr 2020 verpachtet. "Wir sind zuversichtlich, dass die Frist verlängert wird", glaubt Rheinbaben.

In dieser Sache gebe es "viele Player", sagt Johann Oberhofer, Sprecher der VR-Bank. Er habe schon früher auf die große Herausforderung beim Thema Tennispark verwiesen. Wegen der laufenden Verhandlungen will er sich nicht konkreter äußern. Er hoffe jedoch, dass es in dem Verfahren um die Pachtverhältnisse in "absehbarer Zeit" zu einer Lösung komme, sagte Oberhofer.

Nach Angaben Rheinbabens bedauert auch Insolvenzverwalter Christian Gerloff, dass aus dem Starnberger Rathaus nichts zu hören ist. Eine Klage des Pächters würde in diesem Fall über den Münchner Anwalt eingereicht werden, der Rheinbaben als Investor ausgewählt hatte. Gerloff selbst war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, ebenso wenig das Starnberger Rathaus.

Der neue Betreiber glaubt nicht, dass die Stadt auf Zeit spielt, um andere Optionen für das Areal zu verfolgen. Es gab jedoch immer wieder Überlegungen, das Gelände zwischen dem Discounter Lidl und dem Baumarkt mit Wohnhäusern zu bebauen oder als weitere Gewerbefläche zu verwerten.