Was in der Landeshauptstadt an Hauptverkehrsknotenpunkten des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) längst Standard ist, soll in den nächsten Jahren auch im Landkreis Einzug halten: ein Dynamisches Fahrgastinformationssystem (DFI), das an Bus- und S-Bahnhaltestellen elektronisch auf Anzeigen Plan- und Echtzeitdaten übermittelt. Ob es um Verzögerungen, Störungen, Ausfälle oder Anschlussverbindungen geht: Die Fahrgäste wären schon an der Haltestelle darüber informiert, wie die Reise weitergeht.
Doch ein modernes DFI hat seinen Preis, und daran scheiden sich derzeit die Geister nicht nur im Stadtrat, sondern auch im Kreisausschuss, der am Mittwoch, 21. Oktober, erneut über die Angelegenheit berät. Landrat Stefan Frey (CSU) hat dazu einen Kompromiss in Aussicht gestellt, doch zwei zentrale Fragen sind bislang unbeantwortet: Was kostet das Ganze ? Und wer zahlt was?
Der Starnberger Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität befasste sich in seiner Sitzung am Donnerstag mit dem Vorhaben, das Meinungsbild blieb mit skeptischem Blick auf die Kosten jedoch uneinheitlich. Die Grundlagen des DFI-Projekts waren bereits Ende März vom Kreistag mit dem Nahverkehrsplan beschlossen worden. Dabei wurden alle Haltestellen im Kreisgebiet in drei Stufen kategorisiert: Kategorie C mit überregionaler verkehrlicher Bedeutung, Kategorie B mit erhöhtem Fahrgastpotenzial bis 250 Passagiere pro Tag sowie weniger angefahrene Haltepunkte der Kategorie C. Für Starnberg geht es um insgesamt 39 Haltestellen, die für ein DFI in Frage kommen: Kategorie C an den Bahnhöfen See und Nord, am Klinikum und in der Wittelsbacherstraße, 16 Haltepunkte der Kategorie B im Innenstadtbereich sowie 19 Bushalte überwiegend in den Ortsteilen.
Landkreis-Verkehrsmanagerin Susanne Münster erläuterte in der Sitzung die Grundzüge des Systems und warb intensiv um Zustimmung, zumal die Antragsfrist für eine bis zu 80-prozentige Förderung des Freistaats Ende Oktober abläuft. Fraglich ist aber, wer die übrigen 20 Prozent der Anschaffungskosten für das Projekt zahlt. Zur Debatte stehen verschiedene Modelle. Als Knackpunkt erwiesen sich im Ausschuss die Folgekosten, die allein für Starnberg nach grober Schätzung - je nach Modell - jährlich rund 120 000 oder 172 000 Euro betragen würden. Nach kontroverser Debatte plädierte das Gremium mehrheitlich für die DFI-Ausstattung der Kategorien B und C sowie ausgewählter Haltestellen der Kategorie A, sofern auch Freistaat und Landkreis das Projekt mitfinanzieren.