„Es ist immer wieder unerträglich, wenn Menschen, von denen man eine gewisse Intelligenz erwartet, Hirngespinste verfolgen.“ Dieser Satz stammt von einem Mann, der sich für seine Heimatstadt in vielfältiger Weise engagierte und oft am Widerstand verzweifelte: Theo Beigel war bekannt für klare Worte und dafür, stets das Machbare erreichen zu wollen. Meist wurde er als „Starnberger Urgestein“ bezeichnet oder auch als „graue Eminenz der Starnberger CSU“. Und selbst als seine politische Karriere im Stadtrat längst beendet war, engagierte er sich weiter. Anlässlich seines 90. Geburtstags würdigte Bürgermeister Patrick Janik den Jubilar 2023 als „Starnberger mit Leib und Seele“. Nun ist Theo Beigel im Alter von 93 Jahren gestorben.
Tatsächlich verbrachte Beigel den Großteil seines Lebens in Starnberg: Geboren in Hanfeld am 18. Mai 1933, erlebte er die NS- und Nachkriegsjahre als Kind, besuchte die Schlossbergschule und das Starnberger Gymnasium. Für eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann lebte er eine Zeit lang in Hamburg. 1960 heiratete er seine Frau Eva, aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Im selben Jahr trat er auch der CSU bei. 1962 gründete Beigel eine Steuerkanzlei. 1965 wurde er in den Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Starnberger See berufen, die maßgeblich den Sozialwohnungsbau in der Kreisstadt forcierte. Von 1975 bis 2008 war er Aufsichtsratsvorsitzender, später wurde er Ehrenvorsitzender.
Beigels kommunalpolitische Karriere begann 1966: 30 Jahre lang war er Stadtrat, 13 Jahre davon als CSU-Fraktionsvorsitzender. Maßgeblich unterstützte er seinerzeit Bürgermeister Heribert Thallmair (1969 bis 2002). Hinzu kam eine Amtsperiode im Kreistag (1966 bis 1972). Neben Engagements im „Bürgerforum“ und Gartenbauverein wirkte er bei der Caritas und in der katholischen Kirchenverwaltung. Mit Leidenschaft und Streitlust setzte sich Beigel vor allem aber in der Bürgerinitiative „Ein Tunnel für Starnberg“ sowie im Verein „Umweltbewusste Verkehrsentlastung“ für den Bau des B2-Tunnels ein. „Wir müssen vermeiden, dass gar nichts erreicht wird und Starnberg im Verkehr erstickt“, lautete sein Credo. 1998 verlieh ihm die Stadt die Bürgermedaille in Gold.
Nach kurzer Krankheit starb Theo Beigel vergangene Woche im Klinikum Großhadern. Er hinterlässt Ehefrau Eva, seine Söhne Bernhard und Thomas, elf Enkelkinder und sechs Urenkel. Die Trauerfeier findet am Freitag, 31. Juli, um 14 Uhr in St. Maria statt. Die Beisetzung erfolgt auf dem Friedhof an der Hanfelder Straße.

