Abfallwirtschaftsbetrieb:Müllgebühren bleiben stabil

Abfallwirtschaftsbetrieb: Altpapier bringt dem Awista Geld. Zusammen mit den Verkaufserlösen für Buntmetall tragen diese Einnahmen dazu bei, gestiegene Ausgaben auszugleichen.

Altpapier bringt dem Awista Geld. Zusammen mit den Verkaufserlösen für Buntmetall tragen diese Einnahmen dazu bei, gestiegene Ausgaben auszugleichen.

(Foto: Gottfried Czepluch/imago)

Trotz Inflation und der wirtschaftlichen Folgen von Pandemie und Krieg kommt die Abfallwirtschaft im Landkreis Starnberg ein weiteres Jahr ohne Gebührenerhöhung aus.

Von Michael Berzl, Starnberg

Alles wird teurer, nur die Müllabfuhr nicht. Zumindest im nächsten Jahr bleiben die Gebühren unverändert. Das hat der Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens, das für die Abfallwirtschaft im Landkreis Starnberg (Awista) zuständig ist, am Mittwoch einstimmig entschieden. Das klang im August noch anders, als Awista-Vorstand Christoph Wufka angesichts der Preissteigerungen in vielen Branchen davon sprach, die Tarife müssten neu kalkuliert werden. Auch in anderen Landkreisen seien die Preise bereits erhöht worden.

In Starnberg jedoch geht die Rechnung noch auf, ohne dass die Verbraucher mehr bezahlen müssen. Und das trotz Inflation und der wirtschaftlichen Folgen von Pandemie und Krieg. Vertragspartner wie das Entsorgungsunternehmen Remondis erhöhen zum Teil ihre Preise, konkrete Zahlen dazu wurden nicht genannt. Preistreiber wie die höhere Lkw-Maut oder die gestiegenen Treibstoffpreise wirkten sich jedoch bei den Dienstleistern aus und würden von ihnen weitergegeben.

Das Awista könne das jedoch immer noch abfangen. "Da sind wir mehr als stolz, dass wir das mit unseren Einnahmen ausgleichen können", sagte Wufka nach der Verwaltungsratssitzung. Das vierte Jahr in Folge komme man ohne Preissteigerungen aus. Und so kostet die klassische 60-Liter-Tonne, die vor vielen Einfamilienhäusern steht, weiterhin 148,20 Euro im Jahr. Die letzte Gebührenerhöhung um sechs Prozent war im Jahr 2020.

Einnahmen erzielt das Awista unter anderem mit dem Verkauf von Altpapier und Buntmetallen. Etwas mehr als 11 000 Tonnen Papier, Pappe und Kartonagen wurden im vergangenen Jahr gesammelt, pro Person sind das gut 80 Kilogramm. Bei den Metallen waren es gut zehn Kilo pro Person, insgesamt 1500 Tonnen. Während andere Abfälle bei der Entsorgung Geld kosten, ist das Sammeln und Verkaufen von diesen Materialien für das Kommunalunternehmen ein lukratives Geschäft. Aber auch hier will Wufka keine konkreten Zahlen nennen.

Den "Big Bag" gibt es im nächsten Jahr sogar billiger. Das ist ein Sack in Form eines Kubikmeter-Würfels, der mit Grüngut gefüllt und dann von einem Spezialfahrzeug mit Kran am Gartenzaun abgeholt wird. Es ist ein besonderer Service im Landkreis Starnberg, der bisher 39 Euro kostet. Künftig wird der Preis auf 29 Euro reduziert. Das sei zwar nicht kostendeckend, erklärte Wufka. Dennoch wolle Awista dieses Angebot fördern. Den Big Bag gibt es auf einigen Wertstoffhöfen, in der Awista-Geschäftsstelle in Starnberg und auf der Kompostieranlage in Hadorf.

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