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Schülerseminar:Gehe über Los zum Starnberger See

Monopoly der Schüber des Gymnasiums Starnberg

Sie präsentieren stolz ihr Starnberger Monopoly: (vorne, v. li.) Doria von Finckenstein und Anna Kellner, (hinten, v. li.) Maximilian Picker, Katharina Pillmann, Philipp Dirmeier, Lilian Sembritzki, Lorena Seifert, Moritz Koebe (unter dem Monopoly-Kopf), Gerald Hausel, Robin Fritsch.

(Foto: Isabella Falkner/oh)

Schüler des Gymnasiums Starnberg haben den Spiele-Klassiker "Monoply" neu erfunden: Dank professioneller Hilfe und finanzieller Unterstützung vieler heimischer Unternehmen gibt es nun die "Starnberger See"-Edition zu kaufen.

280 Monopoly-Dollar ist das Gymnasium Starnberg wert. Klar, das ist ja auch die Adresse, wo die Idee zu dem Spiel entstanden ist, die darf sich dann schon etwas kosten lassen. Genauer gesagt ist die Idee zum "Starnberger-See-Monopoly" im Projekt-Seminar "Wirtschaft und Recht" entstanden. Jetzt ist das Spiel fertig produziert und ab Montag in ausgewählten Rewe-Märkten, Schreibwaren- und Spielwarenläden, Buchhandlungen und auf manchen Weihnachtsmärkten erhältlich.

Die Idee dazu kam den Schülerinnen und Schülern im März, seit Januar waren sie im Programm von "Junior" - ein Unternehmen, das Schülerfirmen ein Jahr lang coacht. Eine Schülerin hatte im P-Seminar ein "Kitzbühel-Monopoly" dabei, "da haben wir uns gedacht, der Starnberger See verdient eigentlich auch ein eigenes Spiel", sagt Lilian Sembritzki, Schülerin des P-Seminars und zuständig fürs Marketing. Aber so ein Spiel zu entwerfen und zu produzieren ist nicht nur gar nicht so einfach, sondern vor allem auch ziemlich teuer.

Um die Produktion finanzieren zu können, haben die Schülerinnen und Schüler Anteile ihres Unternehmens an insgesamt 90 Aktionäre verkauft. Der Preis für ein Wertpapier: zehn Euro. "Sogar Bürgermeisterin Eva John hat ein Wertpapier gekauft", erzählt Maximilian Picker, der Vorsitzende des Unternehmens. Nach dem Verkauf der Wertpapiere gingen dann die Verhandlungen mit Unternehmen rund um den Starnberger See los, die nun auf dem Spielbrett zu sehen sind. Ein wenig verwunderlich ist in der See-Edition aber, dass die Bahnhöfe aus dem ursprünglichen Spiel durch Dampferstege ersetzt wurden. "Die Preise für einen Platz im Spiel waren straßenabhängig", sagt Doria von Finckenstein, ebenfalls zuständig für Marketing. Dabei bewege sich die Preisspanne zwischen 1000 und 4000 Euro. Je nobler die Adresse im Spiel, desto teurer ist der Stellplatz auch in der Realität. Den höchsten Betrag musste also das Hotel La Villa für seinen Stellplatz zahlen, dieser ist nämlich die exklusivste Adresse im ganzen Spiel. Ein wahres Schnäppchen hingegen hat der Golfclub Starnberg gemacht, der mit 60 Monopoly-Dollar die günstigste Adresse und somit auch in der Realität die günstigste Option gewählt hat. Der Golfclub habe sich aber nicht des Geldes wegen für den preiswertesten Stellplatz entschieden, sondern weil er auf dem ersten Platz im Spiel stehen wollte, berichten die Jungunternehmer. "Das ist natürlich für die Unternehmen eine tolle Werbemöglichkeit", sagt Doria von Finckenstein. Wem eine eigene Adresse auf dem Spielbrett zu kostspielig war, konnte sich auf einer Ereigniskarte zum Preis für 500 bis 600 Euro verewigen. Sehenswürdigkeiten mussten nichts zahlen, ebenso wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). "Die hatten kein Budget dafür, aber wir fanden es trotzdem wichtig, sie dabeizuhaben", sagt Lilian Sembritzki.

Mit ihrem Konzept haben die Schülerinnen und Schüler am Ende rund 40 000 Euro zusammenbekommen. "Dieses Budget ist aber mit der Produktion der ersten 2500 Spiele relativ aufgebraucht", sagt Katharina Pillmann, Sprecherin des Startups. Knapp 50 Euro kostet das Spiel im Handel. Für ihre Partner, also die im Spiel vorhandenem Unternehmen, wurde ein Freundschaftspreis von 28 Euro vereinbart. 900 Spiele sind bereits vorbestellt und bezahlt. Den Gewinn, den die Jungunternehmer mit dem Verkauf erwirtschaften, nämlich 15 Prozent des Verkaufspreises, wollen sie spenden. "An wen, wissen wir noch nicht genau. Es soll aber auf jeden Fall hier in der Umgebung sein", sagt Katharina Pillmann.

Im Januar 2020 müssen die Schülerinnen und Schüler ihr Unternehmen wieder auflösen, so ist es im "Junior"-Programm festgelegt. Ob sie das Unternehmen dann noch einmal neu gründen, wissen sie noch nicht. "Das hängt davon ab, ob wir die 2500 Spiele verkaufen, bis unser P-Seminar vorbei ist, sonst lohnt es sich ja nicht", sagt Maximilian Picker. Nach dem ganzen Arbeitsaufwand heißt es jetzt aber erstmal: Gehe über Los - und kauf' dich im sonst so teuren Starnberg glücklich.