Starnberger Literatur-Wettbewerb:Undine auf der Suche nach Glück

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Starnberger Literatur-Wettbewerb: Ernst Quester, pensionierter Deutschlehrer und Herausgeber der Reihe "Starnberger Hefte", ist einer der Organisatoren des Literaturpreises.

Ernst Quester, pensionierter Deutschlehrer und Herausgeber der Reihe "Starnberger Hefte", ist einer der Organisatoren des Literaturpreises.

(Foto: Georgine Treybal)

Zum vierten Mal sind Hobbyautoren aller Altersklassen zur Teilnahme aufgerufen. Gesucht werden Kurzgeschichten, die sich mit einem zentralen Element des menschlichen Daseins befassen.

Von Peter Haacke

Das Glück fährt nicht Mercedes, und wohnt auch nicht im Schloss. Diese Erkenntnis stammt von Hans Söllner, dem bayerischen Protest-Barden. Wie viele andere hat er versucht, sich einer Frage anzunähern, die die Menschheit schon lange umtreibt. Doch was bedeutet Glück eigentlich genau, wo findet man es und wie wird man dauerhaft glücklich? In Literatur, Musik und Kunst spielt das Thema eine große Rolle. Und so ist es kein Zufall, dass die Initiatoren des Starnberger Literatur-Wettbewerbs "Undine" sich von einem Kleeblatt inspirieren ließen und "Glück" als Leitthema wählten. Für Teilnehmer tut sich damit in ungewissen Zeiten ein wahrer Kosmos an Möglichkeiten auf.

Die Erwartungen sind hoch gesteckt, der Optimismus ist wieder groß: Der Starnberger Literatur-Wettbewerb "Undine" geht nach 2014, 2016, 2018 und coronabedingter Auszeit nun in seine vierte Auflage. Gesucht werden launige, traurige, intelligente, unterhaltsame oder spannende Geschichten, die sich allesamt mit dem Thema "Glück" befassen. Die Organisatoren der "Undine" - Ernst Quester, pensionierter Deutschlehrer und Herausgeber der Reihe "Starnberger Hefte", sowie Wolfgang Bartelmann, Chef der "Bücherjolle" am Kirchplatz - gaben am Freitag den offiziellen Startschuss.

Starnberger Literatur-Wettbewerb: Zuletzt wurde der Literaturpreises 2018 verliehen. Im Bild: Skye Dixon, Wolfgang Bartelmann, Anna Funke, Tina Bartelmann , Leopold Hann, Alexander Scheuerer, Johanna Fischer, Susanne Schmidt, Charlotte Rosenbusch, Yannick Schoening, Katja Fischer, Tobias Hartmann (von links).

Zuletzt wurde der Literaturpreises 2018 verliehen. Im Bild: Skye Dixon, Wolfgang Bartelmann, Anna Funke, Tina Bartelmann , Leopold Hann, Alexander Scheuerer, Johanna Fischer, Susanne Schmidt, Charlotte Rosenbusch, Yannick Schoening, Katja Fischer, Tobias Hartmann (von links).

(Foto: Georgine Treybal)

Als Erfüllung menschlicher Wünsche und allen Strebens ist Glück ein äußerst vielschichtiger Begriff. Er schließt Empfindungen vom momentanen bis zu anhaltendem Gefühl ebenso ein wie friedvolle oder gar ekstatische Momente. Glück kann einem in Bezug auf ein äußeres Geschehen in emotionaler oder materieller Hinsicht zuteil werden, als glücklicher Zufall oder in Form einer Schicksalswendung. Doch auch Unglück oder Glück im Unglück kann Gegenstand der Beiträge sein. In einem Lied aus der Operette "Die Fledermaus" von Johann Strauss (Sohn) dagegen heißt es: "Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist." Doch ob es nun Hans im Glück ist oder Herr Rossi, der selbiges sucht, oder auch Gustav Gans, Cousin von Donald Duck, dessen auffälligste Eigenschaft anhaltendes, schier unglaubliches Glück ist: Glück war schon immer eine vielbeschriebene und subjektive Angelegenheit.

Eine sechsköpfige "Undine"-Jury jedenfalls hofft nun auf das Glück einer reichen Textauswahl, von denen dann eine "Best-of"-Auswahl auch mit älteren Beiträgen veröffentlicht werden soll. Einen schmächtigen Prototypen des Büchleins, das zunächst in einer Auflage von 120 Exemplaren vor Weihnachten erscheinen soll, gibt es schon. Allerdings sind im Sammelband - Arbeitstitel: "Das Beste aus Starnberger Federn" - noch viele Seiten unbedruckt. Erwartet werden diverse Grußworte. Ebenso fehlen die neuen preisgekrönten Beiträge, die eine Länge von etwa drei bis fünf Seiten - handgeschrieben oder per Computer - haben sollen. Ebenso unscharf definiert wie das Glück selbst sind die Teilnahmekriterien: "Mitmachen kann, wer in einem Tagesritt Starnberg erreicht", heißt es. Gleichwohl macht es einen Unterschied, ob man zu Pferde aus Utting oder per Motorrad aus Hamburg anreist. Allerdings sollten Hobby-Autorinnen und -Autoren aller Altersklassen einen gewissen Bezug haben zum "Fünfseenland"; professionelle Schreiber dürfen nicht mitmachen. Quester ist vor allem wichtig, "dass gute Beiträge kommen", Bartelmann hofft auf "Top-Geschichten".

Starnberger Literatur-Wettbewerb: Organisiert den Wettbewerb mit: Wolfgang Bartelmann von der Starnberger Bücherjolle.

Organisiert den Wettbewerb mit: Wolfgang Bartelmann von der Starnberger Bücherjolle.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Einsendeschluss für die Beiträge ist der 30. September. Ausgelobt ist ein Jugendpreis für Teilnehmer bis 15 Jahre, auch Schulen können mitmachen. Die bescheidenen Preisgelder für die Erstplatzierten betragen 500, 200 und 100 Euro. Neben den Geschichten können erstmals auch Fotos oder Bilder zur Illustration eingereicht werden, die aber nicht in die Bewertung einfließen. Wohlwollende Unterstützung der Stadt Starnberg und weiterer Sponsoren vorausgesetzt, soll die "Undine"-Preisverleihung im November an bislang unbekanntem Ort stattfinden. Ob zur vierten Auflage wieder eine Ausnahme-Autorin wie Vanessa Lange dabei ist, die den Wettbewerb 2014 gewann und bereits ihr fünftes Buch veröffentlichte, bleibt abzuwarten. Glaubt man dem unvergessenen Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, hat große Literatur im Grunde nur zwei Themen: Liebe und die Angst vorm Tod. Doch auch ein bisschen Glück dürfte dabei wohl nicht schaden. Kontakt und Infos: Bücherjolle, Kirchplatz 3, 82319 Starnberg oder www.buecherjolle.de

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