StarnbergLaub und Gras in den Sack

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Neuer Abholservice im kommenden Jahr soll Fahrten zu Wertstoffhöfen verringern

Von Christine Setzwein, Starnberg

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Von "Ameisenverkehr" spricht Christoph Wufka, wenn er an die Zustände auf den Wertstoffhöfen im vergangenen Frühjahr und im Spätherbst denkt. Der Andrang an den Grüngutcontainer war zeitweise so groß, dass sich der Vorstand des Kommunalunternehmens für Abfallwirtschaft im Landkreis Starnberg (Awista) etwas einfallen lassen hat: Laub, klein geschnittene Äste, Zweige und Rasenschnitt werden vom kommenden Frühjahr an abgeholt, sofern der Kunde dafür bezahlt. Das Holsystem fürs Grüngut wurde am Donnerstag vom Verwaltungsrat für gut befunden und beschlossen und in einer virtuellen Pressekonferenz vorgestellt.

Bis zu 13 000 Tonnen Grüngut fallen in den Gärten und auf den Wiesen, in Friedhöfen und Parks im Landkreis jährlich an. Etwa 7000 Tonnen davon werden in die Wertstoffhöfe gebracht, der Rest landet in der Kompostieranlage in Hadorf. Vor allem in den Monaten Juli und August, wenn wöchentlich geleert wird, wird Grüngut oft in der Biotonne entsorgt, wo es in größeren Mengen eigentlich nicht hingehört. Ganz schlimm war es heuer, weil wegen der Corona-Krise die Wertstoffhöfe einige Wochen geschlossen waren. Wenn Grüngut künftig abgeholt wird, verspricht sich Awista-Vorstand Wufka deutlich weniger Individualverkehr zu und weniger Andrang auf den Wertstoffhöfen und der Kompostieranlage, weniger Rasenschnitt in der Biotonne und ein besseres Dienstleistungsangebot des Awista.

Das Modell, das es in der Region bisher nicht gibt, sieht so aus: Der Kunde kauft sich einen sogenannten Schüttgut-Big-Bag, der einen Kubikmeter Grüngut fasst, füllt ihn zu Hause und ruft, wenn er voll ist, beim Awista an, um einen Abholtermin zu vereinbaren. Die Gebühr in Höhe von 39 Euro enthält die Kosten für den Sack, die Anfahrt und Entsorgung sowie die Verwaltung. "Auf die Müllgebühren hat dieses Angebot keine Auswirkungen", sagt Wufka. Für den Abtransport mietet der Awista zunächst einen Lastwagen mit Kran, den ein Mitarbeiter fährt. Sollte der Big-Bag anderes enthalten als Grüngut, muss der Kunde nachzahlen. Alle Details werden in einem Informationsblatt zusammengefasst und erläutert.

Der Service soll im kommenden Jahr in den Monaten März bis Mai und September bis November zunächst als Testlauf angeboten werden. Vorerst wurden 300 Säcke mit dem Awista-Logo bestellt. Wenn sie geleert sind, werden sie gereinigt und kommen wieder in den Verkauf, sagt Wufka. Sollte der Test erfolgreich laufen, ist für das Jahr 2022 der Kauf eines eigenen Lastwagens geplant und auch eine Ausweitung des Angebots auf weitere Monate denkbar.

© SZ vom 12.12.2020 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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