Wasser bedeutet Leben. Aber ohne Regen gibt es Dürren. Und bei zu viel Regen gibt es Hochwasser. Die „Gallery of live“-Veranstaltungen, die dieses Jahr schon zum zweiten Mal in Zusammenarbeit von „Kunsträume am See“ und der Klima-Initiative Starnberg stattfinden, haben den Wertstoff Wasser in Kunst und Alltag zum Thema. Mit Blick auf die jüngsten Hochwasserereignisse in der Region ist das Thema laut Maren Martell von Kunsträume am See „topaktuell“. Nach Angaben der Chefin und Kulturgestalterin Elisabeth Carr wird die Veranstaltungsreihe von 14. bis 22. Juni wieder im bewährten Format angeboten, indem Räume und Kunst miteinander verbunden werden.
Ausstellung und Vorträge finden in der Villa Mussinan statt: Elisabeth Carr wird ihre privaten Wohnräume in dem denkmalgeschützten Gebäude öffnen, Küche, Bad und Garten werden einbezogen. „Klima ist nichts Abgetrenntes von uns, es betrifft uns alle“, sagt sie. „Wir stehen in der Verantwortung. Ohne Wasser können wir nicht leben.“ Kunst und Künstler seien unmittelbar mit dem Leben verbunden.
Der Frage „Warum Wasser?“ geht die Nachhaltigkeitsexpertin Manuela Pelg in einem Vortrag nach, der Facharzt Sebastian Gruben beleuchtet die Klimakrise unter dem Aspekt, was der Einzelne tun kann. Marco Lorenz, der Initiator von „Tutzing klimaneutral 2035“, hält einen Vortrag zur Seewärme. Auch Ajana Wittmann und Klimaaktivist Cedric Carr kommen zu Wort.
Grünen-Stadtrat Franz Sengl bietet Exkursionen zum Wasserwerk, zum Wasserhochbehälter und zum Klärwerk an. Als Geologe liege ihm das Wasser sehr am Herzen, sagt er. Er verstehe nicht, dass das Leitungswasser oft schlecht gemacht werde und die Leute stattdessen kistenweise Mineralwasser nach Hause schleppten. Daher können die Besucher zur Eröffnung am Freitag, 14. Juni, um 17 Uhr in der Villa Mussinan unter seiner Leitung auch an einer Wasserverkostung teilnehmen. Die Feldenkrais-Lehrerin Gioia Wikull-Göring wird mit den Kindern den verwunschenen Garten der Villa erkunden, in allen Räumlichkeiten werden die Werke der Künstlerinnen zu sehen sein. „Wir sind eingeschlafen und müssen aufgeweckt werden, um das Klima zu retten“, sagt Simone Hübner. Auf ihren Kunstwerken sind Wörter und Schriften auf türkisfarbenem Karton zu sehen. Auch die Besucher können sich auf dem Karton verwirklichen.



Sonja Weber stellt gewebte Bilder aus. Sie ist fasziniert von Lichtreflexen auf dem Wasser, von Lichteinfall und Wellenbewegungen. Ihre gewebten Werke verändern sich je nach Blickwinkel. Zu sehen sind auch mystische Fotografien von Claudia Stranghöner und die Bilder von Roswitha Kaissling-Köschnick. Kunst-Aktivistin Erika Schalper geht das Thema Wasser mit Humor an, und Ulrike Prusseit befasst sich mit der spirituell-religiösen Seite des Themas. Sie hat mehr als 20 Quellen besucht und dabei einen Blick in die andächtige Religiosität der Menschen geworfen: Die Menschen würden die Quelle besuchen und sich geheilt fühlen, wenn sie das Wasser verwenden. Prusseit hat ihre Erfahrungen künstlerisch umgesetzt und sogar ein Buch darüber geschrieben.
Die Klima-Initiative bietet Arbeitskreise und Treffen an. Sie bringt sich auf Veranstaltungen wie „Wertstoff Wasser in Kunst und Alltag“ ein und auf Bürgerversammlungen mit Anträgen. Allerdings habe man damit bislang nach Sengls Meinung eher mäßigen Erfolg gehabt. Lediglich der Antrag zu Trinkwasserbrunnen sei umgesetzt worden. Daher sei es wichtig, weiterhin Druck auszuüben.
Die Veranstaltungsreihe vom 14. bis 22. Juni soll laut Elisabeth Carr „freundlich und heiter“ sein. Sie wird von der Stadt Starnberg unterstützt und ist kostenlos. Spenden sind jedoch willkommen. Infos und Termine finden sich im Internet unter www.kunstraeume-am-see.de.

