Kultur in StarnbergMünchner Kleinkunst-König soll Starnberger Kultur beleben

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Die Stadt Starnberg setzt auf Kooperation mit dem Münchner Kulturveranstalter Till Hofmann (Mitte), vorerst sind acht Veranstaltungen geplant. Die Plakate zur neuen Veranstaltungsreihe präsentieren (von links) dritte Bürgermeisterin Christiane Falk, Kulturbüro-Chefin Petra Brüderl sowie Bürgermeister Patrick Janik und Kulturbüro-Mitarbeiterin Eileen Krüger.
Die Stadt Starnberg setzt auf Kooperation mit dem Münchner Kulturveranstalter Till Hofmann (Mitte), vorerst sind acht Veranstaltungen geplant. Die Plakate zur neuen Veranstaltungsreihe präsentieren (von links) dritte Bürgermeisterin Christiane Falk, Kulturbüro-Chefin Petra Brüderl sowie Bürgermeister Patrick Janik und Kulturbüro-Mitarbeiterin Eileen Krüger. Peter Haacke

Um die Schlossberghalle besser auszulasten, arbeitet die Stadt mit Till Hofmann, dem Leiter der Lach- und Schießgesellschaft, zusammen. Erste Veranstaltungen sind bereits vereinbart.

Von Peter Haacke, Starnberg

Die Nachbarschaft zur Landeshauptstadt hat auch ihre Schattenseiten, vor allem in kultureller Hinsicht: Während München so ziemlich alles bietet, was das Herz begehrt, tun sich Veranstalter in der Region zuweilen schwer, geneigtes Publikum mit meist nicht minder attraktiven Darbietungen zu locken. Die Erfahrung ist stets die gleiche: Oft fahren Interessierte lieber nach München, als Angebote vor der eigenen Haustür wahrzunehmen. In Starnberg hofft man nun, einen Ausweg aus diesem Dilemma gefunden zu haben. Eine Kooperation mit Till Hofmann, dem ungekrönten König der Münchner Kleinkunstbühnen, soll das Programm in Starnberg künftig erheblich aufwerten und die Schlossberghalle als attraktiven Veranstaltungsort auch für auswärtiges Publikum etablieren.

Die Erwartungen sind groß, Starnbergs Bürgermeister Patrick Janik (CSU, UWG, SPD, BLS) sieht in der Zusammenarbeit mit Hofmann Chancen für eine bessere Auslastung der frisch renovierten Schlossberghalle. Nach Corona und einer immens teuren Sanierung, die 2,6 Millionen Euro verschlang, soll jetzt wieder Geld mit der Schlossberghalle verdient werden. Die Vorteile der neuen Partnerschaft: Kulturveranstalter Hofmann weitet sein Imperium, das unter anderem die Lach- und Schießgesellschaft, das Lustspielhaus und das Vereinsheim, eine Veranstaltungs- und eine Musikagentur sowie ein Plattenlabel umfasst, auf Starnberg aus. Die Stadt am See soll als Veranstaltungsort stärker in den Fokus des kulturbeflissenen Münchner Großstadtpublikums rücken.

Petra Brüderl, Leiterin des Starnberger Kulturbüros, freut sich schon auf die Zusammenarbeit. Eher zufällig sei der Kontakt mit Hofmann zustande gekommen, berichtete sie am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz. Schnell merkten Brüderl und Hofmann, dass die Chemie stimmt. Der Plan: In Starnberg soll es ein inhaltlich abgestimmtes Programm geben, bei dem sich beide gegenseitig bewerben. Dabei dürfte vor allem die Stadt vom Netzwerk des hochprofessionellen Veranstalters aus München profitieren: Der 55-jährige gebürtige Passauer hat als umtriebiger und innovativer Konzertveranstalter und Kulturmanager schon seit Anfang der Neunzigerjahre ein Kleinkunst-Imperium mit über 100 Mitarbeitern aufgebaut und seine Aktivitäten bereits in jungen Jahren auch nach München und Wien ausgeweitet.

Acht Termine stehen bis März 2027 bereits fest

Die Termine in Starnberg laufen unter dem Label „Eulenspiegel Flying Circus“. Acht Termine mit hochkarätigen Künstlern stehen bis März 2027 bereits fest, der Schwerpunkt liegt auf Kabarett, Comedy und Konzerten. Den Auftakt machen Manuel Ruby und Simon Schwarz (Freitag, 21. November) mit „Das Restaurant“. Sechs weitere Veranstaltungen mit der bayerischen Band Dreiviertelblut, den Kabarettisten Toni und Max Uthoff, Claus von Wagner, Hannes Ringlstetter oder Eva Karl Faltermeier sind bereits für 2026 geplant. Damit nicht genug, die Partnerschaft soll auch niedrigschwelligen Freiraum bieten: Hofmann stellt sich Angebote für Schulen oder Menschen mit wenig Geld vor, im Idealfall möchte er „möglichst viele Leute begeistern“. Inhaltlich ist das noch nicht belegt, doch die Mischung aus Marketing, Innovation und vielen Möglichkeiten beflügelt schon jetzt die Fantasie.

Gastieren am Freitag, 21. November, in der Starnberger Schlossberghalle: Die Kabarettisten Manuel Ruby (rechts)  und Simon Schwarz mit „Das Restaurant“.
Gastieren am Freitag, 21. November, in der Starnberger Schlossberghalle: Die Kabarettisten Manuel Ruby (rechts)  und Simon Schwarz mit „Das Restaurant“. Pertramer
Beglücken das Starnberger Publikum am 16. April 2026: Toni und Max Uthoff mit der  Kabarettvorführung „Einer zuviel“.
Beglücken das Starnberger Publikum am 16. April 2026: Toni und Max Uthoff mit der  Kabarettvorführung „Einer zuviel“. Roland Schmid
Kabarettist, Komiker, Schauspieler und Talkmaster Hannes Ringlstetter gastiert am 29. September 2026 mit seinem „Solo“-Programm in Starnberg.
Kabarettist, Komiker, Schauspieler und Talkmaster Hannes Ringlstetter gastiert am 29. September 2026 mit seinem „Solo“-Programm in Starnberg. Lisa Kutzelnig

Abgesehen von der Wahrnehmung der Schlossberghalle als „technisch hervorragend ausgestattetem Schmuckstück“ (Janik), sieht Dritte Bürgermeisterin Christiane Falk Starnberg gar schon als Kulturhauptstadt: „Der Neid der Nachbargemeinden ist uns sicher“, glaubt sie. Wichtiger aber dürfte sein, dass die Schlossberghalle nach Corona- und Renovierungspause „wieder aus dem Dornröschenschlaf erweckt wird“, sagte Brüderl. Erst im Vorjahr hatte Kulturveranstalter Wolfgang Ramadan („Brotzeit & Spiele“) sein Engagement in Starnberg gekündigt. Angepeilt ist eine Auslastung der Schlossberghalle bis zu 65 Prozent, die der Stadt zwar keinen Gewinn, aber immerhin wichtige Einnahmen zur Verringerung eines konstanten Defizits bescheren soll.

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