Starnberg Kritischer Blick auf Kliniken

Das Starnberger Kreisklinikum genießt bei Patienten einen guten Ruf. Das Haus lässt sich seit vielen Jahren freiwillig begutachten.

(Foto: Georgine Treybal)

Die Krankenhäuser Penzberg und Starnberg lassen sich zertifizieren und bekommen Bestnoten

Von Ute Pröttel, Starnberg

Die Kliniken Starnberg und Penzberg erhalten für ihr Qualitätsmanagement Bestnoten. Das Klinikum Starnberg bekommt zudem das Deutsche Palliativsiegel. Beide Häuser unterwerfen sich seit einigen Jahren freiwillig der Kontrolle von KTQ. Das Kürzel steht für "Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen" und lässt sich in etwa mit dem TÜV für Autos vergleichen. Das Klinikum Starnberg wurde erstmals 2007 genau unter die Lupe genommen und damals mit einer Bewertung von 71 Prozent benotet. Alle drei Jahre erfolgt die Rezertifizierung. Das Klinikum Penzberg wurde erstmals 2015 begutachtet. Nachdem beide Häuser unter dem Dach der Holding Starnberger Kliniken geführt werden, erfolgte die aktuelle Rezertifizierung zeitgleich für beide Krankenhäuser im Juni diesen Jahres. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz präsentierte die Geschäftsleitung nun die Ergebnisse. Dabei schnitt das kleinere Haus in Penzberg mit einer Bewertung von 84,3 Prozent sogar noch besser ab als das Klinikum Starnberg mit einer Gesamtnote von 83,7 Prozent. Laut KTQ rangieren die Kliniken Penzberg und Starnberg damit unter den besten fünf zertifizierten Krankenhäusern in Deutschland.

"Dieses tolle Ergebnis verdanken wir unseren Mitarbeitern", sagte Holding Geschäftsführer Thomas Weiler. Er kennt das KTQ-Verfahren seit seinen Anfängen in den 90er Jahren und vertraut seiner Aussagekraft. "Würden Sie gerne in ein Flugzeug einsteigen, das nicht regelmäßig gewartet wird?"

Rund 300 Krankenhäuser lassen sich bundesweit von KTQ zertifizieren. Sie erhalten im Durchschnitt eine Bewertung von 71,5 Prozent. Sieben Tage lang inspizierten drei sogenannte Visitoren die beiden Einrichtungen. Die Fachleute aus den Bereichen Medizin, Pflege und Verwaltung befragten ebenfalls Mitarbeiter und Patienten. Dabei ging es nicht nur um fachspezifische Tätigkeiten, sondern etwa auch darum, wo sich der nächste Feuerlöscher befindet. In die Beurteilung fließt aber auch die Fluktuation und die Krankheitsquote ein. In sechs Kategorien vergeben die Kontrolleure Punkte. Das meiste Gewicht kommt der Patientenorientierung und dem Risikomanagement zu. In beiden Bereichen erreichten die Häuser Spitzenwerte. Patientenbändchen sowie WHO-Checkliste im OP sind schon lange Standard. Ebenso wie das Hinzuziehen von Pharmazeuten bei der individuellen Arzneimittelvergabe. Am Ende der Zertifizierung steht ein umfassender Bericht, der die Stärken abbildet aber auch Verbesserungspotenzial aufzeigt. Bei der Rezertifizierung wird besonders darauf geachtet, ob und wie diese Vorschläge umgesetzt wurden.

Ziel der KTQ-Zertifizierung ist die Optimierung von Prozessen in der Patientenversorgung, heißt es auf der Internetseite von KTQ. Der aktuelle Katalog bildet außerdem die Empfehlungen des Aktionsbündnisses Patientensicherheit und die Forderungen des Patientenrechtegesetzes ab. Getragen wird KTQ von der Bundesärztekammer, der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dem Deutschen Pflegerat und den Spitzenverbänden der Krankenkassen.

In Zukunft soll auch das Klinikum Seefeld nach KTQ zertifiziert werden. Dieses Jahr wurde es letztmalig nach ISO beurteilt. Dies jedoch auch erfolgreich wie Weiler mitteilte.