Starnberg:Kreissparkasse schließt Filialen

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Starnberg Sparkasse

"Eine Konzentration des Filialnetzes" nennt Vorstandschef Josef Bittscheidt die geplante Schließung von Geschäftsstellen der Kreissparkasse.

(Foto: Treybal)

Weil immer weniger Kunden ihre Bankgeschäfte am Schalter erledigen, ändert das Geldinstitut seine Unternehmenspolitik. Auch Personal soll abgebaut werden

Von Otto Fritscher, Starnberg

Es herrscht ruhiger, normaler Geschäftsbetrieb an diesem tristen Donnerstagnachmittag im Foyer der Starnberger Kreissparkasse. Ein paar Kunden haben an den Automaten Geld ab, andere werden in den geschlossenen Bereich geführt, wo man ihnen eine Beratung in irgendwelchen Geldangelegenheiten angedeihen lässt. Und doch brodelt es hinter den Kulissen. Der Grund sind Überlegungen, die Vorstand und Verwaltungsrat der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg, so der volle Name des zweifach fusionierten Geldinstituts, in den vergangenen Wochen und Monaten angestellt haben. Es geht um nicht weniger als die Zukunftsfähigkeit der Sparkasse.

Das heißt nun nicht, dass der Bestand des in kommunaler Hand befindlichen Geldinstituts in irgendeiner Weise gefährdet wäre, oder dass die Sparkasse finanziell in Schieflage geraten wäre, nein. Dennoch hat das Papier mit dem Titel "Konzept 2020" einen durchaus brisanten Inhalt. Denn um die Wettbewerbsfähigkeit der Sparkasse zu erhalten, wagen sich die Manager an etwas heran, was bislang als Tabubruch galt. Die Schließung einzelner Filialen, von denen die Sparkasse insgesamt hundert in den drei Landkreisen unterhält. Zwei bis drei Filialen sollen in der Region Starnberg auf der Giftliste stehen, man munkelt von Söcking, Pöcking oder Feldafing. Der Grund für die Überlegungen, die auch von Sparkassen-Insidern bestätigt werden, sei das veränderte Kundenverhalten. Immer mehr Bankgeschäfte werden in digitaler Form von Zuhause aus oder unterwegs erledigt. Dadurch kommen immer weniger Kunden in die einzelnen Filialen, wo aber mindestens zwei, oft drei Angestellte vorgehalten werden. Die Personalkosten sind aber einer der wesentlichen Kostenfaktoren in der Bilanz einer Bank. Und folglich soll laut dem Konzept 2020 Personal abgebaut werden. Dabei will die Sparkasse aber ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen. Die Rede ist von Abfindungen, Altersteilzeit und anderen freiwilligen Maßnahmen.

Im Gegenzug will die Sparkasse die anderen Filialen stärken. Die Öffnungszeiten sollen so ausgeweitet werden, dass Beratungen vor der normalen Arbeitszeit als auch am Feierabend möglich sind. Dadurch solle die Beratungskompetenz gestärkt werden. Auch die nun ausgegliederten Vermögenscenter, in denen wohlhabendere Kunden beraten werden, sollen wieder in das normale Filialnetz integriert werden.

Landrat Karl Roth ist derzeit Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse, also quasi der Aufsichtsratschef. Er war gegenüber der SZ zu keiner Stellungnahme bereit. Deutlicher äußerte sich der Feldafinger Bürgermeister Bernhard Sontheim. Sollte wirklich die Geschäftsstelle am Ort von der Schließung bedroht sein, wäre das "fatal". Wenn er die Feldafinger Filiale betrete, "sind immer Leute drin und ich muss meistens warten, bis ich drankomme".

Demnächst wollen Vorstand und Aufsichtsrat die Bürgermeister der betroffenen Kommunen im Landkreis, aber auch die Mitarbeiter selbst informieren. Der Landkreis Starnberg wäre von den Filialschließungen am wenigsten betroffen, am stärksten erwischt es den Landkreis München, aber auch den Landkreis Ebersberg.

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