Starnberg Kreative vor

Als Wolfgang Berchtold 1984 mit "Spiel & Sport" begann, schüttelten viele den Kopf. Heute ist er sehr gefragt.

Wolfgang Prochaska

Starnberg Wirtschaftspreis Berchtold Starnberg Wirtschaftspreis, Wolfgang Berchtold. Foto: Georgine Treybal

(Foto: Georgine Treybal)

San Francisco, New York und Starnberg in drei Tagen. Martin Eickelschulte, der Starnberger EDV-Unternehmer und IHK-Gremiumschef, war trotz seines rasanten Terminkalenders pünktlich in der Kreissparkasse Starnberg am Donnerstagabend. Schließlich ging es um die Verleihung des Wirtschaftspreises, und Eickelschulte gehörte mit Wirtschaftsförderer Christoph Winkelkötter und Regionalmanagerin Verena Papke zu den Laudatoren.

Starnberg Wirtschaftspreis Berchtold Starnberg Wirtschaftspreis, Wolfgang Berchtold. Foto: Georgine Treybal

(Foto: Georgine Treybal)

Diesmal fand die Preisverleihung nicht im vierten Stock statt, sondern im großen Foyer, was die Sache doch erheblich luftiger und feierlicher machte. Allmählich mausert sich die Verleihung zu einem Gesellschaftstreffen. Landrat Karl Roth sprach deshalb von einem "Aufstieg, auch wenn es vom Vierten ins Foyer" ging. Diesmal stand die Kreativwirtschaft im Mittelpunkt, eine Branche, die stets unterschätzt wird, aber mit 2,6 Prozent am Bruttoinlandsprodukt beteiligt ist, wie Regionalmanagerin Papke in ihrer rede betonte. "Die Branche ist sehr klein, die Wertschöpfung aber groß." Im Landkreis Starnberg gibt es immerhin 1176 Unternehmen, meist Kleinstfirmen in Wohngebieten, damit liegt das Fünfseenland an dritter Stelle im Großraum München. Zehn Firmen waren nominiert: der Acoustic Corner aus Oberpfaffenhofen, das Atelier Rebele aus Krailling, die Deyhle & Löwe Werbeagentur GmbH aus Gauting, die Digitalkonzept GmbH aus Seefeld, die Halo Filmproduktion und Filmvertrieb GmbH aus Berg, die Kunst-Räume am See aus Starnberg, die Raumstation Architekten GmbH aus Starnberg, das Red Rooster Studio aus Tutzing, die Spiel & Sport Team GmbH aus Krailling sowie Target Design aus Seefeld. Der Gewinner lautete: das Spiel & Sport Team.

1984 hat Wolfgang Berchtold mit Spielepartys begonnen. Diese Geschäftsidee, die selbst beim Hausmeister der dortigen Turnhalle nur Kopfschütteln auslöste, wie Berchtold berichtete, entwickelte sich im Laufe der Zeit so gut, dass er heute von vielen Konzernen und Firmen gebucht wird. Zum Beispiel, wenn es um Firmenfusionen geht, um spielerisch die Kultur der beiden Unternehmen unter einem Hut zu bekommen. Auch die emotionale Bindung der Kunden an Marken ist für viele Konzerne ein wichtiges Argument, um bei Spiel & Sport anzurufen. Der Junior-Campus der BMW-Welt ist so eine Idee des Kraillinger Firmengründers. 30 Mitarbeiter beschäftigt Berchtold, dazu kommen noch 100 freie. Angesichts der Auszeichnung kündigte der Firmenchef an, dass er nun dem Hausmeister einen Erfolgsbeweis vorlegen könne: den Wirtschaftspreis.