StarnbergKosten steigen

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Wo der Bürger ans Mikro tritt, muss der Rathaus-Chef Frage und Antwort stehen. Aber reichen Bürgerversammlungen dafür nicht?
Wo der Bürger ans Mikro tritt, muss der Rathaus-Chef Frage und Antwort stehen. Aber reichen Bürgerversammlungen dafür nicht? Franz Xaver Fuchs

Schlossberghalle wird 2022 für 1,8 Millionen Euro saniert

Von Peter Haacke, Starnberg

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Die Schlossberghalle in Starnberg, viel genutzter Veranstaltungsort für kulturelle, soziale und politische Veranstaltungen, ist in die Jahre gekommen. Das 1995 eingeweihte Gebäude - ein Anbau ans Rathaus, in dem zuvor das Landratsamt residierte - ist dringend sanierungsbedürftig. Bereits im Juli 2020 war die Stadtverwaltung beauftragt worden, die Planungen voranzutreiben mit dem Ziel, das Haus in Hinblick auf Technik und Brandschutz auf aktuellen Stand zu bringen. Die Arbeitsliste wurde seither aber immer länger, der Kostenrahmen ist längst gesprengt: Die ursprünglich kalkulierte Summe in Höhe von 1,3 Millionen Euro wird nicht reichen. Nach einer ersten Schätzung erweiterte der Bauausschuss am Donnerstag den Kostenrahmen auf nunmehr 1,8 Millionen.

"Die Sanierung ist unverzichtbar, ansonsten müssten wir den Kultursaal sperren", erläuterte Stadtbaumeister Stephan Weinl. "Die Koordination wird nicht einfach." Laut aktueller Planung sollen die Arbeiten im März 2022 beginnen und nach acht Monaten im Oktober abgeschlossen sein. Auf der Agenda stehen unter anderem neue Entlüftungssysteme für Stadtsaal, Sitzungssaal, Foyer und WC-Anlagen, die Elektroverkabelung, Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik, Beleuchtung und Sicherheitsbeleuchtung, Brandmelde- und Alarmanlage, Brandschutztüren sowie der Austausch der Entwässerungsleitungen im Foyerbereich unterhalb der Stahlbetondecke. Zudem weist die Technikzentrale über der Garderobe "die Bewegungsfreiheit eines U-Bootes auf", heißt es in der Sitzungsvorlage.

Als zusätzlicher Kostentreiber entpuppt sich die Demontage der gesamten Holzdecke: Die darüber liegende Dämmung besteht aus Mineralfasern, die nicht wiederverwendet und fachgerecht entsorgt werden muss. Damit nicht genug: In voraussichtlich drei Jahren muss wegen einer Entwässerungsproblematik auch das Flachdach der Schlossberghalle inklusive Begrünung komplett erneuert werden. Der Komplex aus Schlossberghalle und Rathaus, das ebenfalls in großen Teilen sanierungsbedürftig ist, wird sich demnach zur Dauerbaustelle entwickeln.

Die Stadträte waren sich einig über die Notwendigkeit des Vorhabens. Allerdings will man nach leidvollen Erfahrungen bei der Seebad-Sanierung diesmal konsequent auf Kostenverfolgung und frühzeitige Information des Stadtrates setzen, falls die bislang nur auf Vorentwurfsplanungen basierende Kostenberechnung nicht zu halten wären. Zum Vergleich: Der Bau der Schlossberghalle vor 26 Jahren kostete rund 18 Millionen Mark.

© SZ vom 01.07.2021 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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