StarnbergKormoran bleibt auf der Abschussliste

Lesezeit: 1 Min.

Die Fischer erhalten Hilfe vom Landwirtschaftsministerium: Der gefräßige Kormoran wird in bestimmten Gebieten bekämpft.

Armin Greune

Das Bayerische Landwirtschaftsministerium sieht sich in der umstrittenen Bekämpfung des Kormorans auf der Seite der Teichwirte und Fischer. Im Gegensatz zur nationalen und EU-Ebene habe der Landtag 2009 "einen sehr weitgehenden Beschluss" gefasst, berichtete Franz Geldhauser, Fischereireferent am Landwirtschaftsministerium am Dienstag auf der jährlichen Fischzuchttagung in Starnberg: In der Folge seien bislang rund 30 Allgemeinverfügungen für bestimmte Gebiete Bayerns erlassen worden, die eine Bekämpfung des Kormorans ausnahmsweise zulassen.

Auf der Mauer, auf der Lauer: der Kormoran.
Auf der Mauer, auf der Lauer: der Kormoran. (Foto: Franz-Xaver Fuchs)

Zu diesen Regionen zählen der Ammersee, das Ampermoos und die Isarauen zwischen Bad Tölz und Schäftlarn. Eine Arbeitsgruppe des Landesamts für Umwelt untersuche zudem, ob der Kormoranabschuss in Schutzgebieten andere Vogelarten beeinträchtige, sagte Geldhauser. Eine ganz neue Studie im Landkreis Erlangen-Höchstadt habe ergeben, dass diese sogenannte Kollateral-Vergrämung ausbleibe. Mit einer bundesweiten Kormoranverordnung sei aber derzeit nicht zu rechnen: Das Land Nordrhein-Westfalen habe kein Interesse.

Rund 200 Teichwirte und Fischzüchter nehmen bis heute an einer Fortbildungstagung des Starnberger Institus für Fischerei statt. In der Schlossberghalle werden in Fachreferaten verschiedene Aspekte der Fischproduktion, -vermarktung und Genetik erörtert. Institutsleiter Helmut Wedekind stellte in einem Rückblick auf das vergangene Jahr die Forschungsfelder und sonstigen Aktivitäten seiner Einrichtung vor, die außer dem Bereich Fischzucht auch die Fluss- und Seenfischerei umfassen. 2010 seien in Starnberg etwa Techniken der Fütterung und Sauerstoffversorgung, die Bio-Produktion von Forellen und die Bekämpfung der Weißpünktchenkrankheit bei Fischen untersucht worden.

Im vergangenen Jahr zählte Wedekind bei Tagungen 333 und in Lehrgängen 837 Teilnehmer, zudem absolvierten 28 Berufsschüler in Starnberg die Abschlussprüfung, sechs legten die Meisterprüfung ab. 2010 feierte die vom Bayerischen Fischereiverein auf wahrhaft königlichem Terrain gegründete Schule 100. Geburtstag: König Ludwig II. hatte 1881 das Grundstück "Bei den sieben Quellen" dem Verein gestiftet. Armin Greune

© SZ vom 19.01.2011 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: