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Starnberg:Konstanter Wandel

Stadtrat Starnberg 2020/26 B`90/Die Grünen Angelika Fränkel

Seit zehn Monaten im Stadtrat, seit drei Jahren im Vorstand der Grünen: Angelika Fränkel.

(Foto: Katharina Kreye)

Starnbergs Grüne wählen einen neuen Ortsvorstand

Auf einer Welle des Erfolgs wähnen sich die Grünen nach den Kommunalwahlen 2020 als zweitstärkste politische Kraft in Bayern. Zwar erfüllten sich die Hoffnungen auf Übernahme von Verantwortlichkeiten auch nicht im Landkreis, doch überaus selbstbewusst starten die Grünen nun in den Bundestagswahlkampf. Der rund 50 Mitglieder zählende Starnberger Ortsverband wird mit einem runderneuerten Führungsteam um die Gunst der Wähler buhlen: Drei der insgesamt vier Vorstandsmitglieder sind Neulinge. Einzig Stadträtin Angelika Fränkel stellte sich erneut zur Wahl, die Corona bedingt am Donnerstag zunächst nur in einem Online-Meeting stattfand und am 13./14. März noch bestätigt werden muss.

Der stete Wandel bleibt somit die nachhaltigste Konstante an der Spitze des Starnberger Ortsverbands: Binnen acht Jahren verzeichneten die Grünen ein gutes Dutzend Personalwechsel im Vorstand. Für die scheidenden Mitglieder - die beiden Kreisräte Erika Schalper und Florian Duday, Maria Schweizer und Marius Schwender - sollen neben Fränkel nun die politisch bislang nicht in Erscheinung getretene Journalistin und Autorin Christiane Krinner, die Juristin Diana Fährmann-Li und der erst 19-jährige Schüler Johannes Richtmann in gleichberechtigter Position den Vorstand stellen. Damit ist die bei den Grünen per Statut vorgeschriebene Frauenmindestquote sogar übererfüllt.

Herrschte zu Beginn der gut zweistündigen virtuellen Ortsversammlung noch Skepsis, ob die Abstimmung nach verpatztem Probelauf wenige Tage zuvor diesmal klappen würde, herrschte unter den 15 Teilnehmern - darunter die sechs Stadträte - im Anschluss Zufriedenheit: Alle Wahlberechtigten bestätigten einhellig die Kandidatur des neuen Quartetts, das per Urnenwahl bei der Kreisgeschäftsstelle in Starnberg zusammen mit der Wahl der grünen Bundestagsbewerberin bestätigt werden muss. Für das Direktmandat im Wahlkreis 224 (Starnberg, Landsberg/Lech, Germering) bewirbt sich Martina Neubauer, die sich für die Ortsversammlung entschuldigen ließ. Der neue Vorstand setzt individuelle Schwerpunkte: Fränkel will sich am Wahlprogramm 2020 abarbeiten und das "Grüne Forum" reaktivieren; Krinner hat Coaching-Erfahrungen und wird die Homepage verantworten. Fährmann-Li rückt Kinder, Familien und Sport in den Vordergrund, Richtmann kümmert sich um Social Media. "Echt pfundig", kommentierte Schalper, "die san klasse". Auf einen Vortrag des Rechenschaftsberichts wurde verzichtet.

Neben nur wenig erhellenden Berichten aus Kreistag und Stadtrat nahm die Diskussion um Beschaffung eines Lasten-Pedelecs im Grünen-Design als Blickfang im Wahlkampf breiten Raum ein. Zwar bietet die Bundespartei solch ein Gefährt für 5077 Euro an, die Starnberger möchten jedoch einen lokalen Händler damit beauftragen und ein individuelles Design - etwa mit Frosch. Problem ist aber die Finanzierung: Diskutiert wurden ein Spendenaufruf oder Kredit. Ob sich die Stadt dank Förderprogramm ebenfalls mit 500 Euro beteiligt, wird derzeit geprüft.

© SZ vom 06.03.2021 / phaa
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