bedeckt München 13°
vgwortpixel

Kommunalwahl:Die jüngste Kandidatin im Landkreis Starnberg

Starnberg: Elina Bopp kandidiert für die VOLT Partei

Elina Bopp könnte Starnbergs jüngste Kreisrätin werden. Das Bild zeigt sie vor dem Landratsamt, dem Tagungsort des Kreistags.

(Foto: Nila Thiel)

Elina Bopp ist noch 17 Jahre alt und bereitet sich aufs Abitur vor. Doch sie hat schon Waisenkinder in Nepal betreut und tritt als Spitzenkandidatin der Volt-Partei an.

Das ist alles sehr knapp: Die wohl jüngste Kandidatin im Landkreis Starnberg bei der Kommunalwahl im März wird gerade noch rechtzeitig 18 Jahre alt. Am 21. Februar hat Elina Bopp aus Aschering Geburtstag, gut drei Wochen später darf sie zum ersten Mal selbst wählen - und selbst als Bewerberin antreten. Bis dahin aber muss die europafreundliche Kleinpartei Volt, bei der die Schülerin als Spitzenkandidatin nominiert ist, innerhalb kurzer Zeit genügend Unterstützerunterschriften erhalten. Auch das wird knapp. Die 17-Jährige nimmt es gelassen und sagt zu der Vorstellung, dass das mit dem Einzug in den Starnberger Kreistag klappen könnte, mit einem Strahlen im Gesicht: "Wenn wir gewählt werden, könnten da ganz tolle Sachen rauskommen."

Der Schülerin, die sich gerade im Starnberger Gymnasium auf das Abitur vorbereitet, hat es ist vor allem der Europagedanke angetan. "Das ist super wichtig", meint sie. Vor allem für die Friedenssicherung. Zwei oder drei Mal sei sie bei den Pulse-of-Europe-Demonstrationen in München gewesen. In einem Kloster in Kathmandu habe sie Waisenkinder betreut und diesen Einsatz selbst organisiert, erzählt sie. "Das prägt", sagt sie zu ihren Erfahrungen in Nepal. Politisch engagiert war sie bislang nicht, aber im Elternhaus sei oft über Politik gesprochen worden. Sie war wohl regelrecht elektrisiert, als sie Volt "entdeckte", wie sie das selbst nennt. Das ist eine noch vergleichsweise junge Partei, die erst vor knapp zwei Jahren gegründet wurde und mittlerweile nach eigenen Angaben in 30 Ländern aktiv ist. Der Name ist keine Abkürzung, sondern das Wort für elektrische Spannung, das in allen Ländern gleich ist.

Kommunalwahl in Bayern Panne bei der Nominierung des Bürgermeisterkandidaten
Kommunalwahl in Starnberg

Panne bei der Nominierung des Bürgermeisterkandidaten

Die UWG wiederholt ihre Aufstellungsversammlung - sie hatte zu spät eingeladen. Das könnte auch anderen passiert sein.   Von Peter Haacke

Bei der hiesigen Gruppierung, die sich im vergangenen Herbst vor allem am Ammersee gebildet hat und mittlerweile im ganzen Landkreis aktiv ist, hat sich Elina Bopp sofort wohlgefühlt. "Die kennen sich alle unglaublich gut aus", hat die Gymnasiastin festgestellt. Mit dabei sind auch ihre Eltern Nathalie und Rainer Bopp, die mit etwas Abstand zur Tochter auf den Plätzen sieben und acht stehen. Der Vater war Opernsänger und arbeitet jetzt als Berater, die Mutter, eine Französin, ist Künstlerin und stellt gerade ihre Installation "Augenpaare", Gemälde berühmter Künstler, rund um den Starnberger See aus.

Inzwischen ist Elina Bopp selbst viel unterwegs, um für die Partei zu werben und lässt sich in ihrem Elan auch nicht beirren, wenn zu einem der Kennenlernabende in einem griechischen Lokal in Krailling nur zwei Interessenten kommen. Es ist noch so vieles neu für die junge Spitzenkandidatin, ihr macht Politik noch sichtlich Spaß. Auch die Vorstellung, sie könnte von Mai an tatsächlich als jüngste Mandatsträgerin im Kreistag sitzen. Konkrete Forderungen als künftige Kommunalpolitikerin fallen ihr aber auf Anhieb nicht so schnell ein. Nur die Sache mit dem Müll, der nach Vorstellungen von Volt nach Gewicht bezahlt werden sollte. Das findet sie gut. Die 17-Jährige hat sich auch schon überlegt, wie sich ein Kreistagsmandat zeitlich organisieren ließe. Schließlich würde sie nach dem Abitur gerne erst einmal verreisen; das Ziel steht aber noch nicht fest.

Der Wahlvorschlag der Volt-Partei mit 20 Kandidaten ist am Donnerstag im Landratsamt eingegangen und wird dort geprüft. Die Listen für die Unterstützerunterschriften liegen von diesem Freitag an in den Rathäusern aus, teilte eine Sprecherin mit. 385 Unterschriften würden benötigt. Die Frist endet am Montag, 3. Februar. Das sind nur zwei Wochen. Die 17-jährige Spitzenkandidatin Elina Bopp gibt sich optimistisch: "Wir sind zuversichtlich, dass es klappt." Mit erfrischender Offenheit fügt sie hinzu, es wäre auch schon ein Gewinn, wenn die Volt-Partei, für die sie sich seit ein paar Monaten regelrecht begeistert, etwas bekannter würde. Der nächste Volt-Stammtisch ist am kommenden Dienstag, 21. Januar, im Hotel zur Post in Herrsching.

© SZ vom 17.01.2020
Herrsching Der Wandergenosse

Kommunalwahl im Landkreis Starnberg

Der Wandergenosse

Matti Müller stammt aus Diedorf, war Bürgermeister im Schwäbischen und trat danach für seine SPD erfolglos in zwei anderen Gemeinden an. In Seefeld wollte man ihn nicht, nun soll er in Herrsching kandidieren.   Von Astrid Becker und Christine Setzwein

Zur SZ-Startseite