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Corona-Pandemie im Landkreis Starnberg:Krankenhäuser verbieten Besuche

Starnberg: Krankenhaus Coronavirus Hinweisschilder

Ein Besuchsverbot galt in den Kliniken bereits während der ersten Coronavirus-Welle im März.

(Foto: Nila Thiel)

Die fünf Kliniken des Landkreises reagieren auf steigende Infektionszahlen. Die Sieben-Tage-Inzidenz nähert sich weiter dem Risikowert.

Von David Costanzo

Die Kliniken in Starnberg, Seefeld, Herrsching, Penzberg und die Außenstelle der Geburtshilfe am Kreiskrankenhaus in Wolfratshausen reagieren mit einer drastischen Maßnahme auf die steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus. Die Häuser der Klinikgesellschaft des Landkreises führen von Samstag an wieder ein generelles Besuchsverbot ein. "Dieser Schritt dient dem Schutz unserer Patienten und natürlich auch unserer Mitarbeiter", sagt der Geschäftsführer der Klinikgesellschaft und Pandemiebeauftragte, Thomas Weiler. Ein Besuchsverbot galt bereits während der ersten Welle im März.

Diesmal seien jedoch in einzelnen Fällen Ausnahmen möglich, etwa für die Angehörigen von Patienten auf der Palliativstation, von Kindern und Jugendlichen sowie von Frauen unter der Geburt. Besucher müssten jedoch damit rechnen, sich einem Schnelltest unterziehen zu müssen. Die Kliniken bitten die Angehörigen, sich für eine Sondergenehmigung sowie wegen des weiteren Ablaufs telefonisch am Empfang des jeweiligen Hauses zu erkundigen.

In den Nachbarlandkreisen Fürstenfeldbruck, Weilheim-Schongau, München-Land und auch in der Landeshaupt hat die Sieben-Tage-Inzidenz bereits den neuen Risikowert von 100 Infektionen pro 100 000 Einwohner überschritten, die Corona-Ampel schaltete von rot auf dunkelrot. Der Landkreis Starnberg nähere sich dieser Marke, sagte Weiler. "Deshalb verlieren die bisherigen Besuchsregeln und erteilten Erlaubnisse ihre Gültigkeit."

Am Donnerstag stieg die Inzidenz nach den 33 Fällen des Vortags auf 85,61, meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Am Freitag dürfte sie wieder leicht fallen, nachdem das Landratsamt 13 neue Infektionen registrierte. Drei wurden in Tutzing verbucht, jeweils zwei in Gauting, Berg und Feldafing, jeweils eine in Gilching, Krailling, Starnberg und Weßling. Wie bereits in den Tagen zuvor, bleiben die Ansteckungswege oft unbekannt. Zwei Infizierte aus Gauting und einer aus Tutzing waren dem Virus wohl im Landkreis ausgesetzt, der aus Feldafing wahrscheinlich in München. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten steigt auf 1121, davon gelten 959 als genesen. In Quarantäne befinden sich 985 Menschen. Landrat Stefan Frey (CSU) hat die am Donnerstag ausgelaufene Allgemeinverfügung ohne Änderungen bis 12. November verlängert. Die Maskenpflicht an Bahnhöfen und in Grundschulen bleibt bestehen.

Im Landkreis Weilheim-Schongau bleibt die Corona-Ampel auf dunkelrot bei einer Inzidenz von nun 102,60. Leicht gesunken ist der Wert im Landkreis Landsberg auf 84,79.

© SZ vom 30.10.2020
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