Nach nur knapp acht Monaten ist dem operativen Geschäftsführer der Starnberger Kliniken, Harald Becker, fristlos gekündigt worden. Der 54 Jahre alte Diplom-Betriebswirt war bereits Ende April nach einer Entscheidung des Aufsichtsrats von seinen Aufgaben entbunden worden. Die Gründe dafür werden mit Hinweis auf ein mögliches arbeitsrechtliches Verfahren nicht genannt. Zur Nachfolgerin wurde jetzt – zunächst befristet – Sarah Ertl bestimmt, die weiterhin die Stabsstelle Medizinstrategie und Leistungsentwicklung der Starnberger Kliniken verantwortet.
Die Interimslösung werde die „Kontinuität in der Führung“ sichern, teilt Pressesprecher Christian Andrae mit. Ertl kenne den Verbund aus langjähriger Arbeit und habe zuvor auch die Hauptabteilung Finanzen und Controlling geleitet. Auch der Vorsitzende des Aufsichtsrats, der Starnberger Landrat Stefan Frey (CSU), äußert sich zur neuen Personalie. Es freue ihn besonders, mit der Medizinerin Ertl eine „Topkraft aus eigenen Reihen für diese Tätigkeit gewonnen“ zu haben. Damit werde für die Starnberger Kliniken sichergestellt, dass der Reform- und Umstrukturierungsprozess „nahtlos und mit hoher Fachkompetenz weitergeführt“ werde, erklärt Frey. Zudem seien „kollegiales und vertrauensvolles Miteinander wesentliche Pfeiler für das Gelingen der Herausforderungen im Sinne der Patientinnen und Patienten, der Mitarbeitenden und der medizinischen Versorgung im Landkreis“.
Harald Becker war aus mehr als 50 Bewerbern für die Führungsaufgaben im Klinik-Verbund ausgewählt worden, sagte Kliniken-Chef Weiler auf SZ-Anfrage. Doch zu den Gründen der plötzlichen Trennung wollte auch er nichts sagen. Man gehe aber davon aus, dass der Ex-Geschäftsführer gegen die fristlose Kündigung klagen werde, so Weiler.
Erst im September vergangenen Jahres hatte Becker die operativen Geschäfte der vier Kliniken in Starnberg, Penzberg, Herrsching und Seefeld übernommen. Zuvor war er in einer Doppelgeschäftsführung bei den SLK-Kliniken in Heilbronn tätig gewesen, wo er aber bereits nach eineinhalb Jahren von seinem Posten zurücktrat. Dort dankte ihm der SLK-Aufsichtsratsvorsitzende seinerzeit in einer Presserklärung für die „guten und wichtigen Impulse, die er während seiner Tätigkeit vor allem im Bereich Personal gesetzt“ habe. Doch diesmal verlief der Abgang für den Klinik-Manager auf andere Weise.

