Kinderbetreuung:Insel mit beschränkter Aussicht

Kinderbetreuung: Freuen sich über die Rückkehr der "Starnberger Spielinsel" an die alte Wirkungsstätte, die nun "Dinardpark" heißt (v.li.): Kita-Leiterin Stephanie Wodarczyk, Starnbergs Zweite Bürgermeisterin Angelika Kammerl und Ehret+Klein-Gesellschafter Erdal Bektas.

Freuen sich über die Rückkehr der "Starnberger Spielinsel" an die alte Wirkungsstätte, die nun "Dinardpark" heißt (v.li.): Kita-Leiterin Stephanie Wodarczyk, Starnbergs Zweite Bürgermeisterin Angelika Kammerl und Ehret+Klein-Gesellschafter Erdal Bektas.

(Foto: Nila Thiel)

Die Kindertagesstätte "Starnberger Spielinsel" kehrt nach viereinhalb Jahren in Containern an ihren alten Standort in ein neues Gebäude am "Seufzerberg" zurück.

Von Peter Haacke, Starnberg

Sie sind wieder da: 72 Kinder im Vorschulalter aus 26 Nationen haben im September die neuen Räumlichkeiten der Starnberger Kindertagesstätte "Spielinsel" im sogenannten Dinardpark am "Seufzerberg" bezogen. Zuvor war die Einrichtung viereinhalb Jahre in einer Containeranlage an der Ludwigstraße neben den Bahngleisen untergebracht. Die neue Kita in der Stadtmitte - laut Bauherr "Ehret + Klein" Teil eines "familienfreundlichen Ensembles aus fünf Mehrfamilienhäusern mit 22 Wohneinheiten und Tiefgarage" - war am Donnerstag Besuchsziel einer Gruppe Erwachsener: Vertreter der Stadt und des Bauherrn verschafften sich einen Überblick.

Den Kindern war der Besuch der Gruppe freilich wurscht: Unbekümmert spielte der betreute Nachwuchs weiter. Kita-Leiterin Stephanie Wodarszyk führte Starnbergs Zweite Bürgermeisterin Angelika Kammerl, Ehret+Klein-Gesellschafter Erdal Bektas sowie projektbeteiligte Mitarbeiter durch die modernen Räumlichkeiten. Den einzelnen Hortgruppen, die gemäß einem pädagogisch "offenen Konzept" je nach Bedürfnis beschäftigt werden, stehen unterschiedlich konzipierte Bereiche zur Verfügung.

Auf rund 500 Quadratmeter Nutzfläche finden sich ein Bewegungsraum mit verschiebbaren Wänden, ein Zimmer zum Basteln und Bauen sowie ein Forscher- und Experimentierraum, ein Zimmer für Rollenspiele, ein "Snoozlezimmer" als Rückzugsmöglichkeit, ein Therapieraum oder ein Atelier und Werkraum zum kreativen Basteln und Malen. Jede Gruppe hat einen eigenen WC-Bereich, gemeinsam genutzt werden die Räumlichkeiten zum Mittagessen mit 20 Sitzplätzen oder die Bibliothek.

Kinderbetreuung: Im "Bewegungsraum" mit verschiebbaren Wänden haben die Kleinsten Platz für motorische Aktivitäten. Ana Ledic (re.) und Marco Küwens - hier mit Mateo und Aurelija - kümmern sich um das Sportprogramm der Kinder.

Im "Bewegungsraum" mit verschiebbaren Wänden haben die Kleinsten Platz für motorische Aktivitäten. Ana Ledic (re.) und Marco Küwens - hier mit Mateo und Aurelija - kümmern sich um das Sportprogramm der Kinder.

(Foto: Nila Thiel)

Ebenso "gut verdichtet" (Bektas) wie die Kita im Erdgeschoss ist auch der Außenbereich: Das umzäunte "Freiluftgehege" der Kinder auf rund 300 Quadratmetern zwischen den Wohnblöcken mit Blick auf eine Mauer bietet eine Rutsche, ein Minitrampolin und eine Sandkiste nebst unentbehrlichem Equipment: Schaufeln, Siebe, Eimer und Minibagger in Kunststoffausführung - alles, was man halt so braucht für Sandburgen und -torten. Der dünne, einst grüne Rasen mit Sitzgelegenheiten ist jedoch zertreten und verbrannt.

Kinderbetreuung: Beschränkter Ausblick: Die Kinder können sich im Außenbereich auf einer Rutsche, einem Minitrampolin oder im Sandkasten austoben.

Beschränkter Ausblick: Die Kinder können sich im Außenbereich auf einer Rutsche, einem Minitrampolin oder im Sandkasten austoben.

(Foto: Nila Thiel)

Dem Bau des "Dinardparks" geht eine längere Geschichte voraus: Das Areal an der Bahnhofstraße hatte 2014 die Münchner Immobilien GmbH "B7" erworben, 2016 lag ein erstes Planungskonzept vor, 2017 stieg Ehret+Klein ein. Der Starnberger Projektentwickler ersann eine moderne Wohnanlage, mehrfach war das Vorhaben Gegenstand von Beratungen in den städtischen Gremien. Nach elf Monaten Bauzeit feierte das Starnberger Vorzeigeprojekt im Juli 2022 Richtfest.

Kinderbetreuung: Die "Starnberger Spielinsel" legt Wert auf "kulturelle Vielfalt als Ressource in frühkindlichen Bildungsprozessen": Rund 80 Prozent der 72 Kinder haben Migrationshintergrund.

Die "Starnberger Spielinsel" legt Wert auf "kulturelle Vielfalt als Ressource in frühkindlichen Bildungsprozessen": Rund 80 Prozent der 72 Kinder haben Migrationshintergrund.

(Foto: Nila Thiel)

Die "Spielinsel" ist nun wieder an ihren ehemaligen Stammsitz zurückgezogen, bis 2019 waren die Kinder in einem Altbau betreut worden. Laut Kita-Leiterin Wodarczyk ist der Betrieb problemlos angelaufen, auch der Bring- und Holservice der Eltern an der Dinardstraße "funktioniert reibungslos". Elf pädagogische Fachkräfte betreuen die Kinder, der aktuelle Betreuungsschlüssel übertrifft die Vorgaben. Bektas überreichte ein kleines Geschenk und wünschte alles Gute: Kitas seien eine "wichtige Säule der Gesellschaft". Vize-Bürgermeisterin Kammerl sah das ähnlich und konstatierte: "Tolle Sache."

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