Starnberg Ideen gegen Wohnungsnot

Gaßner schlägt Überbauung des Parkplatzes am Krankenhaus vor

Von Peter Haacke, Starnberg

Im Starnberger Stadtrat ist man sich längst einig darüber, dass die Stadt mehr für den Wohnungsbau tun muss. Insbesondere mittlere und untere Einkommensgruppen tun sich in der Kreisstadt schwer, kostengünstigen Wohnraum zu finden. Welche konkreten Schritte im Augenblick ergriffen werden können, ist allerdings noch nicht so ganz klar. In seiner letzten Sitzung im April diskutierte das Gremium auf Antrag der SPD-Fraktion Möglichkeiten der Gründung einer städtischen Wohnungsgenossenschaft. Stadtrat Otto Gaßner (UWG) hat dazu nun weitere Überlegungen angestellt und rückt dabei zwei Projekte in den Fokus: Das Einheimischenmodell "Am Wiesengrund" sowie das Starnberger Klinikum.

Gaßner möchte zunächst insbesondere den Geschoss- und Mietwohnungsbau für das Einheimischenmodell forcieren: Nachdem die Stadtverwaltung am Wiesengrund zunächst der Grundstücksvergabe zum Bau von Reihenhäusern Priorität einräumte, verlangt Gaßner nun einen Bericht darüber, wie es um den ebenfalls vorgesehenen sozialen Wohnungsbau steht. Wiederholt hatten sich auch schon Stadträte weiterer Fraktionen danach erkundigt, von der Stadtverwaltung bislang aber keine erschöpfende Auskunft erhalten. Gaßner verweist in diesem Zusammenhang auf stetig steigende Baupreise in der Region München, die sich allein im Zeitraum von Februar 2018 bis Februar 2019 um 4,8 Prozent erhöht haben sollen. Er ist der Ansicht, dass "die Zeit, die wir hier vertrödeln, zu Lasten der Starnberger geht, für die hier eigentlich preisgedämpfte Mietwohnungen entstehen sollen".

Die größten Hindernisse für preisgünstigen Mietwohnungsbau in der Region allgemein und in Starnberg im Besonderen sind das knappe Bauland und die Bodenpreise. Es wäre deshalb praktisch, wenn man das knappe Bauland mehrfach nutzen könnte, meint Gaßner. Er schlägt daher ein Pilotprojekt an der Oßwaldstraße vor, das insbesondere auch den Bedarf des Krankenhauses an kostengünstigem Wohnraum für Klinikpersonal decken könnte. Demnach könnte das westlich des Parkplatzes an Oßwaldstraße/Zeppelinpromenade gelegene Grundstück sowie der Parkplatz selbst mit großvolumigen Geschoßbau überbaut werden. Ein existierendes Beispiel hierfür findet sich bereits beim Münchner Dantebad: Bei diesem preisgekrönten Projekt wurden über einem öffentlichen Parkplatz hundert neue, bezahlbare Wohnungen in nur 180 Tagen errichtet. Gaßner beantragt eine Stellungnahme der Stadtverwaltung noch vor Pfingsten.