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Jagdaufseher protestiert:"Rehkitze sind kein Hundespielzeug!"

Starnberg: Gut Rieden - Jagdaufseher Klaus Peters

Klaus Peters hat Schilder mit einem Foto des toten Kitzes aufgestellt.

(Foto: Nila Thiel)

Klaus Peters hat am Golfplatz in Starnberg ein totgebissenes Jungtier entdeckt und fordert mit Schildern Herrchen auf, ihre Hunde anzuleinen.

Das Rehkitz war zwei oder drei Tage alt, das Klaus Peters jüngst auf dem Golfplatz Gut Rieden fand - von einem Hund zu Tode "geknautscht", wie Peters es nennt, also totgebissen. Nun reicht es dem Jagdaufseher von Unering und Greenkeeper des Golfplatzes: Peters hat auf Gut Rieden und in seinem Revier Schilder aufgestellt, um die Herrchen zu ermahnen. "Rehkitze sind kein Hundespielzeug!", steht unter dem Foto des toten Tiers. "Hunde bitte anleinen!"

Seit 1987 wacht Peters über das Revier rund um Unering, er war Bezirksvorsitzender der oberbayerischen Jagdaufseher, und er muss feststellen: "Leider kommt das jedes Jahr vor." Er verstehe zwar, dass die Menschen besonders während der Corona-Krise in die Natur wollten. Doch Hunde gehörten an die Leine und auf die Wege, damit andere Tiere nicht darunter leiden müssten. Denn während Hunde in den Wiesen womöglich nur spielen wollen, endet das für die Kitze tödlich. Tierquälerei und Wilderei, stellt der Jagdaufseher fest, für die das Herrchen haftbar gemacht werden könne. Dabei bestehe für die Felder ohnehin ein Betretungsverbot zwischen April und Oktober, das auch für Hunde gilt.

Für den 55-Jährigen gehen dabei seine Arbeit als Jagdaufseher und der Tierschutz "Hand in Hand", wie er sagt. So sucht er selbst am Wochenende mit einer Infrarotsonde Felder vor der Mahd nach Jungtieren ab. Vier Kitze hat er so vergangene Woche gerettet und eines am Samstag.

© SZ vom 26.05.2020 / dac

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