Corona im Landkreis StarnbergTage der Ungewissheit

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Viele Eltern leben derzeit in ständiger Spannung, ob die nächsten Tage ihren gewohnten Lauf nehmen oder eine Quarantäne ins Haus steht. Ein Kindergarten in Herrsching informiert Eltern auch am Wochenende.

Von Christina Rebhahn-Roither, Herrsching

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Mit Spannung warten viele Eltern derzeit auf das Ergebnis eines Corona-Tests bei Sohn oder Tochter. Schließlich hängt viel davon ab: Ob die nächsten Tage wie geplant verlaufen können, ob der Nachwuchs in Kindergarten oder Schule gehen darf oder ob kurzfristig eine andere Lösung gesucht werden muss.

Nicola Hubmann etwa kennt solche Sorgen nur zu gut. Sie hat zwei Töchter, eine besucht schon die Schule, die jüngere den Gemeindekindergarten Johannes A. Wunder in Herrsching. Bisher sei die Familie noch nie aktiv in Quarantäne gewesen, berichtet die Mutter am Telefon, die Gesamtsituation beschreibt sie dennoch als "chaotisch." Sie gibt auch ein Beispiel: An einem Samstag habe sie erfahren, dass sich das Gesundheitsamt bei der Kindergartenleitung gemeldet habe und Hubmanns Tochter eigentlich seit Dienstag in Quarantäne sei, sich aber heute bereits freitesten könne. Tags darauf hieß es, die Quarantäne werde wohl verlängert, wegen eines anderen Kindes. Am gleichen Tag dann ein Zurückrudern. Doch keine Verlängerung, da das zweite Kind nicht zählen würde. Und schließlich die Info, dass ihre Tochter trotzdem die nächsten Tage nicht in den Kindergarten gehen könne, weil aktuell quarantänebedingt nicht genug Personal zur Verfügung stehe. Hubmann sagt, dass sie das mit Blick auf die Ansteckungskette gut fand. Durch das Beispiel wird jedoch deutlich, wie unvorhersehbar die Lage sein kann. "Man erwartet quasi täglich etwas", sagt Hubmann. Die Schuld dafür schiebt sie aber niemandem in die Schuhe, alle gäben ihr Bestes.

Eltern, deren Kinder den Herrschinger Gemeindekindergarten Johannes A. Wunder besuchen, müssen ihre Kinder aktuell drei Mal pro Woche mit einem Selbsttest zuhause testen, erzählt Sabine Lübbers, die Ansprechpartnerin aus dem Rathaus. Die Einrichtung in Herrsching hat drei Kindergarten- und eine Kleinkindgruppe, die nicht vermischt werden. Insgesamt können so knapp 90 Kinder betreut werden. Am Donnerstag waren laut Lübbers nur Einzelpersonen, aber keine ganzen Gruppen in Quarantäne.

Fällt aber nun ein Selbsttest positiv aus, sind Eltern dazu angehalten, das der Kindergartenleitung zu melden - auch wenn das Ergebnis erst durch einen PCR-Test als offiziell bestätigt gilt. Die Meldungen kommen auch am Wochenende an, der Kindergarten hat dafür einen speziellen Wochenenddienst eingeführt. Das bedeutet, dass sich Leitung, Stellvertretung und Lübbers abwechselnd an Wochenenden um Corona-Belange kümmern. Eine Person ist jeweils erreichbar, checkt die Mails und leitet Informationen weiter. Jeder Fall sei anders, berichtet Lübbers am Telefon. In zwei Drittel der Fälle seien sie bisher in der Kommunikation insgesamt schneller gewesen als das Gesundheitsamt. Hubmann findet diese "Vorwarnung" und die Information durch den Kindergarten "unbedingt wichtig und notwendig". Zusätzlich hätten die Eltern der Gruppe, in die ihre Tochter geht, auch eine WhatsApp-Gruppe gegründet.

Das Beispiel des Kindergartens zeigt auf, wie sehr Familien aktuell Flexibilität in der Corona-Krise abverlangt wird. In Schulen ist die Situation ähnlich kompliziert. Das Landratsamt gab am Donnerstagabend jedoch eine geänderte Strategie für die Verständigung von positiv Getesteten und die Kontaktnachverfolgung bekannt: So werden vom Gesundheitsamt von jetzt an nicht mehr alle Infizierten und Kontaktpersonen kontaktiert. Unter anderem Schulen und Kindertageseinrichtungen versuche das Gesundheitsamt aber weiterhin zu betreuen. Auf Nachfrage der SZ heißt es aus dem Landratsamt, es gebe für Kindertageseinrichtungen durch die neue Strategie "keine Änderungen".

© SZ vom 29.01.2022 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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