Ausgerechnet an seinem eigenen Gymnasium wollte ein 13-jähriger Bub bestellte Softair-Pistolen an Mitschüler verteilen. Dies wurde bemerkt, woraufhin die Schulleitung am Dienstag sofort die Polizei verständigte. Den Beamten gestand der 13-Jährige in der Schule, dass er daheim noch sieben Gewehre, Zubehör und 10.000 Schuss Munition verwahre. Das Softair-Arsenal, aus dem Plastikkugeln verschossen werden können, habe er weiter verteilen wollen.

Weil die Imitat-Waffen täuschend echt wirken, dürfen sie laut Waffengesetz nicht außerhalb des Wohnbereichs geführt werden. Angesichts von Amokläufen an Schulen sei dieser ausgewählte "Verteilplatz" prekär und äußerst ungünstig, betonte Starnbergs Polizeichef Norbert Reller, der die sogenannten Anscheinwaffen vorerst sichergestellt hat.
Er warnte auch vor den mögliche Folgen, dass derartige Pistolen und Gewehre leicht mit scharfen Waffen verwechselt werden könnten - und somit potentiell die Gefahr bestehe, dass Polizisten in "Notwehr- oder Nothilfesituation" von ihrer Dienstwaffe Gebrauch machten, so Reller. Zudem könnten Aktionen - wie jetzt geschehen - Panik und einen massiven Polizeieinsatz auslösen, ergänzte Reller, der nichts von diesem Waffen-Spielzeug hält.
Durch einen Tipp aus der Schülerschaft flog die Sache auf. Bestellt hatten die Softair-Waffen offenbar elf Schüler zwischen 13 und 15 Jahren. "Sie wollten sicher nichts Böses, aber handelten höchst fahrlässig", sagte am Donnerstag Direktor Thomas Franz auf Anfrage. Zumindest der 13-Jährige werde als "Warnung" wohl einen Verweis erhalten. Denn es handele sich um eine "Verfehlung", die sich nicht wiederholen dürfe, betonte der Direktor. Er hat über den Fall bereits mit einigen Eltern der betroffen Schüler gesprochen. Diese hätten von jenen Waffen nichts gewusst und sich kooperativ gezeigt, merkte Franz an.
Nach Polizeiangaben hat das per online bestellte Waffen-Arsenal einen Wert von etwa 600 Euro. Die Ermittlungen dauern noch an.