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Starnberg:Grüne gegen Zaun

Munich International School will ihr Gelände einhegen

Da sind sich die Naturschutzbehörde im Landratsamt und die Grünen im Starnberger Kreistag einig: Eine Bereicherung für die Landschaft wird er nicht, der 1,2 Kilometer lange Zaun, der um das Gelände der Munich International School (MIS) bei Percha errichtet werden soll. "Uns tut der Zaun genauso weh wie Ihnen", sagte Peter Drefahl, der den Bereich Naturschutzrecht und Landschaftspflege in der Kreisbehörde leitet, im Kreisausschuss. Immerhin sei es gelungen, die ursprünglich geplanten Ausmaße zu verringern, "so gut es ging". Nun ist ein 1,60 Meter hoher Stabgitterzaun vorgesehen. Ein Teilbereich in der Nähe des Eingangs bleibt offen und wird mit Wärmebildkameras überwacht.

Zum wiederholten Mal aber vergeblich warben die Grünen im Ausschuss dafür, diese Art der Einfriedung nicht zuzulassen. Sie befürchten eine "Zerschneidungswirkung", wie es in einem Antrag der Fraktion heißt. Kreisrätin Andrea Schulte-Krauss aus Pentenried schlug vor, stattdessen eine Hecke zu pflanzen. Doch solche Einwände kommen zu spät. Wie Drefahl erklärte, könnte die MIS den Zaun um ihr Schulgelände schon längst errichten.

Anlass für die Debatte war, dass der Landkreis gerade dabei ist, große Teile des Schulgeländes aus dem Landschaftsschutzgebiet Starnberger See Ost herauszunehmen. Dabei geht es um eine Fläche von 13,56 Hektar. Bei diversen Erweiterungsbauten auf dem Schulgelände in der Vergangenheit waren jeweils Ausnahmegenehmigungen nötig; nun soll eine neue Vierfachturnhalle gebaut werden. Durch die Herausnahme sollen zusammen mit einem Bebauungsplan rechtlich klare Verhältnisse geschaffen werden. Der Kreisausschuss hat dieses Vorgehen mehrheitlich gebilligt. Das letzte Wort hat in der Angelegenheit aber der Kreistag in seiner nächsten Sitzung am Montag.

© SZ vom 24.10.2020 / rzl

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